PKV: AXA und Gothaer testen hausärztliche Versorgung

Die PKV will stärker mit den Hausärzten zusammenarbeiten. Im Vordergrund stehen dabei eine Optimierung der ärztlichen Versorgung und eine Reduzierung der Kosten. Zu diesem Zweck haben AXA und die Gothaer Krankenversicherung eine Kooperation mit dem Hausärzteverband Nordrhein und der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft abgeschlossen. Es soll vor allem die Arzneimittelvergabe besser kontrolliert werden.

Hausarztprinzip in der PKV

Eigentlich ist das Hausarztprinzip keine originäre Leistung der privaten Krankenversicherung.

Zunehmend mehr Gesellschaften aus dem Bereich der PKV setzen allerdings auf dieses Instrument. Auch AXA und Gothaer können bereits auf positive Erfahrungen mit diesem Prinzip zurückblicken. Dass es zu dem aktuellen Testlauf in Zusammenarbeit mit dem Hausärzteverband Nordrhein und der HÄVG kommt, scheint angesichts dieser Tatsache nur logisch.

Wo setzt das neue Konzept von AXA und Gothaer an? Besonders im Fokus stehen ältere Krankenversicherte, die mehrere Medikamente parallel einnehmen, welche sie von unterschiedlichen Fachärzten erhalten. Die Hausärzte sollen diesem Patientenkreis bezüglich der Medikation unter die Arme greifen, in dem sie etwa auf wirkstoffgleiche, aber günstigere Alternativen hinweisen und den Patienten im Rahmen der Medikation beraten.

Neues Konzept als Dämpfungsfaktor

Unter diesem Gesichtspunkt könnte das neue Hausarztprinzip als verdeckter Rabattvertrag betrachtet werden. Denn durch die Bündelung der Medikation bei einem Arzt schärft die Private Krankenversicherung nicht nur das Vertrauen der Patienten, die nach fachlichem Rat suchen. AXA und Gothaer verfolgen mit der neuen Kooperation ein wirtschaftliches Ziel – die Optimierung der Arzneimittelvergabe und Einsparungen in diesem Sektor.

Ein Punkt, den sich die privaten Krankenversicherer einiges kosten lassen wollen. So sollen die beteiligten Hausärzte zusätzlich zu den Honoraren aus der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Allein die Arzneimittelberatung wird dem Hausarzt pro Patienten im Halbjahr 26,22 Euro einbringen. Eine laufende Betreuung der Patienten sowie deren Dokumentation und Beratung schlagen mit noch einmal mit 132,61 Euro zu Buche (Betreuung: 61,20 Euro, Dokumentation: 26,53 Euro; Beratung: 44,88 Euro).

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