PKV: AXA rechnet für 2011 mit erheblich mehr Neukunden

Die Veränderungen bei den Zugangsvoraussetzungen zur privaten Krankenversicherung und die Verunsicherung der Bürger scheint Früchte zu tragen – zumindest aus Sicht der PKV. Bereits in den vergangenen Wochen tauchten Berichte über eine Belebung im Neukundengeschäft auf. Jetzt hat die AXA Krankenversicherung die Zahlen für das erste Quartal 2011 veröffentlicht und setzt große Hoffnungen auf 2011. Denn im Geschäft mit den Neukunden ist deutlich mehr Aufwind zu spüren als im vergangenen Jahr.

Deutlich mehr Neukunden als 2010

Was die private Krankenversicherung AXA hoffen lässt, ist die Entwicklung im Neukundengeschäft.

Allein im ersten Quartal sei hier ein deutliches Wachstum von 51,8 Prozent zu spüren gewesen. Das Volumen der Einnahmen stieg damit auf 82 Millionen Euro. Die PKV kann deshalb darauf hoffen, auch am Jahresende noch ein sattes Plus in der Kasse zu haben. Laut Vorstand Thomas Michels peilt man bei der AXA dieses Jahr ein Gesamtwachstum von sieben Prozent an.

Nach der Durststrecke vergangener Jahre ist 2011 damit voraussichtlich für die ganze Branche ein „fettes Jahr“. Hintergrund ist der Wegfall der dreijährigen Wartefrist zum Jahreswechsel. Bis 31. Dezember 2010 mussten potenzielle Neukunden der PKV ganze drei Jahre lang ein Einkommen oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) erzielen, um in die private Krankenversicherung wechseln zu können. Diese Hürde ist zum Jahreswechsel gefallen, wer 2010 49.950 Euro verdient hatte, konnte bereits im Januar in die PKV.

Schwierigkeiten der Branche bleiben

Trotz des Aufwindes – die Probleme der privaten Krankenversicherung lassen sich nicht einfach wegdiskutieren.  Im Gegenteil: Die Branche muss in Zukunft aktiv auf Lösungen hinarbeiten. Ein Thema sind unter anderem die säumigen Beitragszahler. Auch die PKV AXA hat damit zu kämpfen und Rückstände in Höhe von 23 Millionen Euro in den Büchern. Zwar liegt die private Krankenversicherung damit unter dem Bundesdurchschnitt, kann sich den Herausforderungen aber nicht verschließen.

Leistungsschwache Einsteigertarife

Und noch ein Thema setzt Vorstand Thomas Michels auf die Agenda – den Einsatz für eine Mindestdeckung in den Tarifen. Private Krankenversicherungen, deren Leistungen nicht einmal dem Niveau der GKV entsprechen, steht Michels kritisch gegenüber. Es sollte sichergestellt werden, dass die PKV ein Minimum an Leistungen für alle Versicherten bietet.

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