PKV: Aufschub der Deckelung von Maklerprovisionen

Die private Krankenversicherung galt lange als Musterschüler im Gesundheitswesen. Bessere Leistungen, solide Finanzen – so hat sich die PKV selbst lange wahrgenommen. In der Vergangenheit haben die Probleme allerdings scheinbar massiv zugenommen. Und ob sich die Situation für die PKV ändert, ist fraglich. Eine Baustelle sind die Maklerprovisionen. Deren Decklung soll nach Ansicht von Verbraucherschützern und Versicherern aber aufgeschoben werden.

Deckelung ab 2012 geplant

Eigentlich soll das Gesetz zur Begrenzung der Maklerprovisionen am 01. Januar 2012 in Kraft treten und die Abschlussvergütung für die Private Krankenversicherung auf acht Monatsbeiträge begrenzen.

Damit will die Regierung vermeiden, dass Makler sich auf dem Rücken der Versicherten eine goldene Nase verdienen und dies durch eine Umdeckung gleich doppelt, denn auch die Haftungszeiträume sollen ausgebaut werden.

Allerdings kommt jetzt von eher unerwarteter Seite Störfeuer. Verbraucherschützer machen sich dafür stark, dass die Novellierung auf dem Gebiet der Abschlussprovisionen aufgeschoben wird. Damit sind sich die Verbraucherschützer und die Versicherer laut einem Bericht der „FTD“ einig. Das Wirtschaftsblatt führt als Grund für den gewünschten Aufschub die Befürchtung an, beim geplanten Entwurf zu dem Gesetz könnten sich Mängel einschleichen.

Gründe für Aufschub unterschiedlich

Zwar herrscht in der grundlegenden Position scheinbar Einigkeit. Bezüglich der Gründe kann aber mit Sicherheit nicht davon gesprochen werden. Denn während zum Beispiel Lars Gatschke von den Verbraucherzentralen mögliche Schlupflöcher fürchtet und längere Haftungen für wünschenswert hält, sehen die Versicherer den Zeitraum für die Umstellung als großes Problem. Daher macht sich die PKV-Branche für eine Zusammenlegung mit den Unisex-Tarifen stark.

Deutlich zwiespältiger sehen die Makler den Aktionismus der Bundesregierung. Zwar scheint man sich darüber einig, dass die Situation geändert werden muss. Der Weg hin zu Reformen ist allerdings das Problem. Während einige Vermittler, wie der Verband Deutscher Versicherungsmakler, die Novelle begrüßt, sind andere Makler gegen den Entwurf und sehen damit die Grundrechte in Gefahr.

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