PKV: Allianz will mit Zusatzpolicen expandieren

Die Allianz Krankenversicherung muss in den Vollversicherungen rückläufige Zahlen hinnehmen, zum Ausgleich will der Versicherungskonzern zunehmend auf Zusatzpolicen setzten. Mit einigen Zusatzpolicen wird die Allianz private Krankenversicherung auch in neue Gebiete vorstoßen. So sind z. B. bei der Behandlung von Krebs zusätzliche Versicherungen geplant. Dies wurde bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen am vergangenen Freitag bekannt gegeben.

Kaum Wachstum durch rechtliche Regelungen

Aufgrund von zurückgehenden Zahlen in der Krankenvollversicherung plant die Allianz Krankenversicherung in Zukunft, ihr Augenmerk hauptsächlich auf Zusatzpolicen zu legen.

Dies wurde durch den Finanzvorstand der Allianz, Oliver Bäte, am vergangenen Freitag angekündigt. Bäte erklärte dazu: „In der Allianz Krankenversicherung wachsen wir im Zusatzgeschäft sehr stark und sind rückläufig in der Vollversicherung“. Mit dem Rückgang hatte man laut Bäte im Übrigen gerechnet.

Die Ursachen für die rückläufigen Zahlen in der Vollversicherung sieht Bäte auch in der Politik. Die derzeitigen Voraussetzungen einer privaten Krankenversicherung sind für Versicherungsnehmer einfach zu unattraktiv. Es gibt derzeit zu viele Versicherungen, die ihre Neukunden aus einem zu geringen Interessentenbereich abschöpfen müssen. Bäte erklärte dazu weiter: „Viele Wettbewerber laufen wenigen Kunden hinterher.“ Diese Situation ist für Oliver Bäte auch der Auslöser für die sehr hohen Provisionszahlungen, die momentan am Markt normal sind und am Pranger stehen.

Wachstum in den Zusatzpolicen

Die Allianz private Krankenversicherung will deshalb einen neuen Kurs einschlagen und in den Bereichen der Zusatzpolicen ihr Wachstum erweitern. Dieser Bereich bietet nicht nur ein hohes Potential, auch sind Bedarf und Notwendigkeit da. Besonders beim Thema Krebs sieht die Allianz Krankenversicherung gute Wachstumschancen.

Im Bereich der privaten Krankenversicherung konnte der Allianz Konzern – größter europäischer Versicherungsanbieter – im Vergleich zum Vorjahr zwar auf unverändert hohe Beitragseinnahmen von 2,41 Milliarden Euro verweisen, das operative Ergebnis, nach den ersten neun Monaten im Jahr 2011 lag mit 105 Millionen Euro jedoch deutlich hinter den Zahlen von 2010 zurück. Im vergangenen Jahr konnten noch 124 Millionen Euro im gleichen Zeitraum verzeichnet werden.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr