PKV: AfW strikt gegen Provisionsdeckelung

Die Deckelung der Provisionen für die Branche der privaten Krankenversicherung zieht immer weitere Kreise. Nachdem sich bereits Verbraucherschützer und der PKV-Verband kritisch zu dem Anliegen der Bundesregierung geäußert haben, hat der AfW als Bundesverband für die Finanzdienstleistungsbranche den Eingriff des Bundes durch gesetzliche Regelungen abgelehnt.

AfW gegen exzessive Provisionen

Grundsätzlich ist der AfW gegen eine exzessive Provisionskultur, wie sie in einigen Teilen der Branche in den vergangenen Monaten immer wieder bemängelt wurde.

Besonders heftig kritisierten unter anderem Verbraucherschützer, dass im Vertrieb der PKV teilweise Provisionen in Höhe von 18 Monatsbeiträgen gezahlt wurden. Zudem sorgt die Tatsache, dass Makler nur begrenzten Haftungszeiträumen unterliegen, für die Gefahr der Umdeckung.

Mit den gesetzlichen Regelungen will die Bundesregierung dem einen Riegel vorschieben. Allerdings sieht der AfW diesen Schritt kritisch und erklärt den Schritt zu einem massiven Eingriff in die Privatautonomie. Gleichzeitig erklärt der AfW die Decklung der PKV-Provisionen zu einem ordnungspolitischen Fehler.

AfW gegen Pauschalisierung

AfW-Vorstand Frank Rottenbacher sieht nach eigenen Worten keinen Anlass für derartige „staatliche Eingriffe“, welche die ganze Branche treffen. Denn in den Augen Rottenbachers sind es nur einige wenige Marktteilnehmer, welche sich an diesen Exzessen bei den Abschlussprovisionen beteiligt hätten. Aus diesem Grund wehrt sich der AfW gegen eine pauschale Verurteilung der ganzen Branche, die neben der reinen Vermittlung auch die Beratung und Bestandspflege als wesentliche Aufgabe wahrnimmt. Ein Eingriff in die Provisionen stellt einen wesentlichen Schnitt im Bereich der Vergütungen/Einkommen für Makler dar.

Für den Bundesverband kommt bezüglich der Einführung einer Decklung der Provisionen in der PKV noch ein weiterer Kritikpunkt hinzu. Vorstand Frank Rottenbacher sieht in ihnen den ersten Schritt in Richtung weiterer Regulierungen, die auch andere Bereiche der Finanzdienstleistungen erfassen können. Mit der deutlichen Ablehnung ist der AfW übrigens nicht allein. Auch der BVK (Bundesverband der Versicherungskaufleute) macht sich gegen die Begrenzung der Maklerprovisionen stark.

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