PKV: Adoptivkinder in die PKV aufnehmen

Bei der Adoption von Kindern gelten prinzipiell die gleichen Regelungen wie bei leiblichen Kindern – wenn es um die Absicherung in der privaten Krankenversicherung geht. Die Versicherungsgesellschaft ist demnach verpflichtet, die Kinder ohne Gesundheitsprüfung aufzunehmen. Jedoch haben die Gesellschaften im Bezug auf Adoptivkinder einige abweichende spezielle Rechte.

Keine Gesundheitsprüfung bei Adoptivkindern

Wer als Privatversicherter ein Kind bekommt, kann dieses ohne jegliche Gesundheitsprüfung in der eigenen Versicherungsgesellschaft unterbringen.

Damit soll dem entgegengewirkt werden, dass Kinder, die mit einer Behinderung zur Welt kommen, ohne Versicherungsschutz bleiben, da sie als nicht versicherungsfähig eingestuft würden. Eine derartige Regelung gilt aber nicht nur für leibliche Kinder, auch für adoptierte Kinder existiert eine ähnliche Regelung, jedoch mit einigen Unterschieden.

Wer ein Kind adoptiert – dabei ist egal, ob es sich um ein Pflegekind oder eine Stiefkindadoption handelt – kann dieses genau wie bei leiblichen Kindern in der PKV ohne Gesundheitsprüfung unterbringen. Das Kind muss lediglich minderjährig sein und der Termin der Anmeldung in der PKV muss spätestens zwei Monate nach der Adoption, rückwirkend auf diesen Tag durchgeführt werden. Der große Unterschied zwischen leiblichen und Adoptivkindern besteht darin, dass die Versicherungsgesellschaften bei adoptierten Kindern einen Aufschlag verlangen können.

Höhere Kosten bei Adoptivkindern

Sollte ein adoptiertes Kind mit einer Vorerkrankung in der PKV angemeldet werden, hat die Versicherungsgesellschaft das Recht, je nach Schwere und Art der Vorerkrankung einen Aufschlag von bis zu 100 Prozent auf das Kind zu erheben. Dieser ist bei leiblichen Kindern nicht erlaubt. Wiederrum identisch zwischen eignen und adoptierten Kindern geregelt ist, dass eine Aufnahmepflicht durch die Gesellschaft nur dann besteht, wenn der Versicherungsschutz des Kindes den des Erwachsenen nicht übersteigt.

Auch bei welcher Versicherungsgesellschaft oder Versicherungsart das Kind untergebracht wird ist gesetzlich geregelt, solange zwischen den Elternteilen ein Unterschied besteht. In der Regel kommt das Kind dann in der Versicherung unter, in welcher der Elternteil mit dem höheren Einkommen versichert ist.

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