PKV: 31 Prozent der Privatversicherten wollen in die GKV

Einer aktuellen Umfrage des AOK-Bundesverbandes zufolge will jeder dritte privat Versicherte zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Die AOK erhalte laut dem AOK-Vorstand Jürgen Graalmann immer wieder Anfragen von Versicherten der privaten Krankenversicherung bezüglich eines Wechsels.

AOK: Ansturm wechselwilliger Privatpatienten

Jürgen Graalmann, der geschäftsführende Vorstand des AOK-Bundesverbandes, sagte in einem „Stern“-Interview, dass die AOK vermehrt Anfragen von wechselwilligen Privatversicherten bekomme. Graalmann spricht sich aus diesem Grund dafür aus, „das heutige System zu überdenken“. Einer AOK-Studie zufolge will fast jeder dritte PKV-Versicherte in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurück. Graalmann fordert, dass ein integrierter Versicherungsmarkt geschaffen werde, „in dem für Privatversicherer und gesetzliche Kassen die gleichen Regeln herrschen.“

PKV-Versicherte: Innerhalb einer Frist in die GKV wechseln

Privatpatienten sollen innerhalb einer gewissen Frist zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können, schlägt der AOK-Vorstand vor. Zudem sollen sie dabei ihre Altersrückstellungen mitnehmen können. Der Wechsel von der PKV in die GKV ist nicht ohne weiteres möglich. Eine der dafür notwendigen Voraussetzungen ist die Höhe des Bruttoeinkommens. Privatversicherte müssen damit unter die Versicherungspflichtgrenze fallen, um wechseln zu können. 2013 liegt diese bei 52.200 Euro im Jahr. Freiberufler und Selbständige können sogar nur dann in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, wenn sie eine versicherungspflichtige Anstellung aufnehmen.

PKV-Wechsel für Ältere ausgeschlossen

Für Privatversicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, gibt es in der Regel keinen Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Einzige Ausnahme stellt die Familienversicherung des Ehepartners dar. Doch auch dort müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Ältere PKV-Kunden können ihren Selbstbehalt erhöhen, Leistungen einschränken oder in einen anderen Tarif wechseln, um ihre Beiträge zu senken. Der Tarifwechsel sollte jedoch innerhalb der privaten Krankenversicherung erfolgen. Denn bei vielen Versicherern ist es nicht möglich, die aufgebauten Altersrückstellungen zum neuen Anbieter mitzunehmen. Beim neuen privaten Krankenversicherer müssen so wieder Rückstellungen für das Alter aufgebaut werden, was wiederum zu einer höheren Prämie führt.

 

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