PKV: 2012 wird auch für Versicherungsnehmer nicht einfacher

[13.12.2011] Im Jahr 2011 konnten die privaten Versicherungsgesellschaften ein deutliches Plus im Neukundengeschäft verbuchen und damit auch die Umsatzkurve entsprechend anpassen. Doch für das Jahr 2012 erwarten Experten einen Rückgang im Neukundengeschäft. Die Anhebung der JAEG (Jahresarbeitsentgeltgrenze) und die Berichte zu den Beitragsanpassungen verschrecken möglicherweise viele Neukunden.

Einbruch des Neukundengeschäftes erwartet

[Berlin] Viele PKV-Experten gehen davon aus, dass aufgrund der Erhöhung der JAEG und der Beitragserhöhungen in einigen Einsteigertarifen das Neukundengeschäft nach einem hervorragenden Jahr 2011 zurückgehen wird.

Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 konnte in der PKV der Versichertenbestand um 54.000 gesteigert und damit die neun Millionenmarke erreicht werden. Dies ist hauptsächlich dem Herabsetzten der Wartezeit von drei auf ein Jahr und dem Senken der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) auf 49.500 Euro zum 01.01.2011 zu verdanken.

Im kommenden Jahr wird die JAEG jedoch stark angehoben, um 2,7 Prozent auf 50.850 Euro. Des Weiteren sind bereits verschiedene Beitragsanapassungen in Neukundentarifen bekannt gegeben wurden. Beide Gründe werden nach Expertenmeinungen dafür sorgen, dass das Neukundengeschäft im kommenden Jahr einen Rückgang erlebt.

Beitragsrechner nicht als einzige Informationsquelle nutzen

Für alle Neukunden, die sich trotz der aktuellen Situation für die PKV raten Experten zum Tarife vergleichen und Informationen bei verschiedenen Unternehmen einholen. Beitragsrechner im Internet sind dafür jedoch nicht immer uneingeschränkt zu empfehlen, denn verschiedene Faktoren bleiben hier außen vor. So kann ein Beitragsrechner keine Rücksicht auf die notwendige Gesundheitsprüfung legen, die bei jedem Unternehmen als Neukunde fällig wird. Hier können eventuelle Mehrkosten entstehen, falls Vorerkrankungen vorhanden sind und damit Risikoaufschläge erhoben werden.

Darüber hinaus spiegelt der Beitragsrechner mitunter nicht die gesamte Bandbreite aller möglichen Varianten wider. Aus Sicht vieler Verbraucherexperten macht es daher Sinn, sich auch im kommenden Jahr 2012 für die unabhängige und objektive Beratung zu entscheiden. Weitere Hilfestellung geben unter anderem Ratings und Testberichte, z. B. von Stiftung Warentest.

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