PKV 2011: Was ändert sich in der privaten Krankenversicherung?

Das neue Jahr 2011 bringt auch in der privaten Krankenversicherung ( PKV ) einige Änderungen mit sich. Diese Neuerungen betreffen zum einen den Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung. Bisher mussten gesetzlich Versicherte beim Erreichen der Jahresarbeitsentgeltgrenze eine Drei-Jahres-Wartefrist einhalten, bevor der Wechsel in die Privatversicherung möglich war. Ab Januar 2011 wird diese Wartefrist abgeschafft, so dass ein Wechsel bereits beim einmaligen Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze bzw. Versicherungspflichtgrenze möglich ist.

Beitragsbemessungsgrenze und Versicherngspflichtgrenze 2011 sinken

Weiterhin hat die Politik für das Jahr 2011 erstmals eine Absenkung der Versicherungspflichtgrenze sowie der Beitragsbemessungsgrenze beschlossen.

Grundlage dieser Entscheidung war die Lohnentwicklung im Jahr 2009, die erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise negativ war.

Entgeltgrenzen für die PKV

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze, die angibt, ab wann Arbeitnehmer nicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, beträgt im Jahr 2011 49.500 Euro jährlich und beträgt für das Jahr 2010 49.950 Euro. Ab einem entsprechenden Bruttoeinkommen ist es also möglich, eine Befreiung von der Versicherungspflicht zu beantragen und schließlich in die private Krankenversicherung wechseln zu können.

Die Beitragsbemessungsgrenze hingegen gibt die Einkommensschwelle an, bis zu der die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse ansteigen. Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze werden nicht mehr berücksichtigt. Auch für privat versicherte Angestellte kann diese Grenze wichtig sein, denn bis zum Höchstsatz der gesetzlichen Versicherung übernehmen Arbeitnehmer auch die Beiträge zur Privatversicherung. Die Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2011 wurde auf 44.550 Euro festgelegt.

Beitragserhöhung private Krankenversicherung 2011

Neben diesen Änderungen mussten und müssen viele privat Versicherte steigende Beiträge ihrer Krankenversicherung hinnehmen. Die Gründe für diese teils hohen Preissteigerungen sind die zunehmenden Kosten im Gesundheitswesen sowie die demografische Entwicklung in Deutschland. Hierdurch sind immer mehr ältere Menschen in den privaten Krankenkassen versichert, die höhere Kosten verursachen. Versicherte jedoch, deren Krankenkassen eine PKV Beitragserhöhung vornehmen, können von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Hierzu ist es notwendig, dass die Kündigung der PKV Police spätestens vier Wochen nach Erhalt der neuen Beitragsrechnung bei der Versicherung eingeht.

PKV Tarife vor einem Wechsel vergleichen

Wer also erst kürzlich die Information über die Beitragsanpassung erhalten hat, kann auch im Jahr 2011 noch von seinem Wechselrecht Gebrauch machen und einen Wechsel in einen günstigeren PKV Tarif der gleichen oder einer anderen Versicherungsgesellschaft vornehmen. Vor einem Wechsel in eine neue Krankenversicherung ist es jedoch notwendig, die Preise sowie die Leistungen der unterschiedlichen Versicherungstarife zu vergleichen. Auch die Testvergleiche von Stiftung Warentest und Finanztest können helfen, einen Überblick im Tarifdschungel zu erreichen.

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