PKV 2011: Schluck aus der Pulle für Private Krankenversicherung

Durch die im November 2010 beschlossene Gesundheitsreform wird es für viele gesetzlich Versicherte leichter, in die private Krankenversicherung ( PKV ) zu wechseln. Durch den Wegfall der Drei-Jahres-Frist sowie dem leichten Absenken der Jahresarbeitsentgeltgrenze befürchten die gesetzlichen Krankenkassen den Verlust vieler tausender Gutverdiener. Denn Menschen, die im Jahr 2011 ein Einkommen von 49.500 Euro brutto überschreiten, können in die PKV wechseln. Neben diesen Zugeständnis der FDP an die PKV sollen nun auch Hartz-4 Empfänger gezwungen werden, von der PKV in die gesetzliche Krankenkasse ( GKV ) zu wechseln.

Bei Hartz-4 zurück in die GKV

Bezieher von Hartz-4 sollen Überlegungen der Regierung nach künftig gezwungen werden können, von der PKV in die GKV zu wechseln.

Da es sich bei dem PKV Basistarif der Privaten um eine subventionierte Krankenversicherung handelt, könnte sich die PKV so der unlukrativen Mitglieder "entledigen". Diese würden der gesetzlichen Krankenversicherung "zur Last" fallen, die ihrerseits die Kosten beim Bund geltend machen könnten. Dabei geht es um eine geschätzte Gesamtsumme von rund 2 Milliarden Euro.

Vereinfachung des Wechsels in die PKV für Gutverdiener

Um zu erreichen, dass sich bisher gesetzlich Versicherte, die die Bedingungen für einen Wechsel in die PKV erfüllen, den Schritt in die private Krankenversicherung noch einmal überlegen, erinnert der Verband der Ersatzkassen (vdek) noch einmal an die möglichen Nachteile eines Krankenversicherungswechsels. Zu den Nachteilen könnte laut vdek ein steigender Anstieg der Beiträge im Alter gehören, da auch die Kosten der privaten Krankenversicherung steigen. Dieses Argument ist zwar richtig, aber auch Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenkasse sind in den nächsten Jahren wahrscheinlich. Diese sind von den Arbeitnehmern zudem allein zu tragen, denn der Beitragssatz der Arbeitgeber wurde mit der jetzigen Erhöhung eingefroren. Auch die Zusatzbeiträge sind allein von den Versicherten zu tragen, die hierdurch nicht gering belastet werden.

Wechsel in die private Krankenversicherung lohnt

Es ist also durchaus lohnend, mit höheren Einkommen in die private Krankenversicherung zu wechseln und so verbesserte Leistungen in Anspruch zu nehmen. Die privaten Kassen ermöglichen nämlich die individuelle Zusammenstellung der gewünschten Leistungen und somit die Einflussnahme auf die monatlichen Beiträge. So können Versicherte von nun an als Privatpatient behandelt werden und von weiteren Leistungen profitieren. Ein Versicherungsvergleich ist aber dennoch notwendig, denn das Leistungs- sowie das Preisspektrum der Versicherungen können stark variieren. Durch einen PKV Versicherungsvergleich ist es nicht selten möglich, bei gleicher Leistung einige hundert Euro Beitrag pro Jahr zu sparen.

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