Pflegeversicherung: SPD drängt auf Reform

Zur Jahresauftaktklausur der SPD in Potsdam hat die Partei auch die Pflegeversicherung auf die Agenda gesetzt. Sie will die Pflegeversicherung reformieren, um die stetig steigende Zahl der Pflegebedürftigen ausreichend abzusichern. Aktuell leben in Deutschland mehr als zwei Millionen Menschen, die eine Pflege benötigen. Im Unterschied zur gelb-schwarzen Bundesregierung, die dem steigenden Pflegebedarf in Form höherer Pflegebeiträge und dem zusätzlichen Abschluss privater Pflegeversicherungen begegnen will, möchte die SPD die Bürgerversicherung auch auf den Bereich der Pflege ausdehnen. In diesem Zusammenhang fordert die Partei auf ihrer Jahresauftaktklausur die Erweiterung des Begriffs der Pflege und die Verbesserung der Leistungen, um hiermit auch den geänderten Rahmenbedingungen gerecht zu werden.

Demenz in der Pflegeversicherung?

Die SPD will die Pflegebedürftigkeit der Menschen anhand von sechs Kriterien ermitteln. Zu diesen Kriterien gehört neben der Mobilität auch die Fähigkeit zum Denken sowie zur Kommunikation, auch auffälliges Verhalten sowie die Fähigkeit, sich eigenständig zu versorgen, sollten zu den Prüfungskriterien gehören.


Wichtigstes Kriterium der neuen Pflegeversicherung soll nach den Wünschen der SPD die weitgehend eigenständige Versorgung der Betroffenen sein. Die Pflegeleistungen müssten dann jedoch angepasst werden. Dies kann nach Ansicht der SPD nur dann erfolgen, wenn die bisher drei Pflegestufen auf fünf Stufen erweitert werden. Gleichzeitig will die SPD die häusliche Pflege unterstützen und sich dabei vor allem für eine bessere Versorgung der pflegenden Angehörigen einsetzen. So soll die private Pflege ähnlich hoch honoriert werden wie die Betreuung von Kleinkindern, die SPD plant dabei ein Modell ähnlich dem Elterngeld. Gleichzeitig soll es Betreuern ermöglicht werden, Lohnersatzleistungen in Anspruch zu nehmen, wenn der Betreute dringende Hilfe benötigt.

Finanzierung der Pflegeversicherung über die Bürgerversicherung

Die Geldmittel, die für all diese Umsetzungen notwendig werden, sollen aus der Bürgerversicherung stammen, die die SPD auch für die Krankenversicherung bevorzugt. Im Rahmen dieser Bürgerversicherung sollen alle Bürger einheitlich versichert werden, auch Selbstständige und Freiberufler, die bisher die private Vorsorge nutzen. Damit könnte die Finanzierung auf die breite Masse verteilt werden, was sich wiederum positiv auf die vorhandenen Geldmittel auswirkt.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr