Pflegeheim-Vergleich: Pflege-TÜV ab Herbst

Menschen, die pflegebedürftige Angehörige in einem Pflegeheim unterbringen müssen, wünschen sich natürlich eine vollumfängliche Pflege der geliebten Menschen. Doch die Suche nach einem geeigneten Heim gestaltet sich nicht immer einfach, zumal immer wieder von schlechten Unterbringungen die Rede ist. Um Pflegeheime besser beurteilen zu können, wurden seit 2009 Pflegenoten im Internet veröffentlicht.

Diese Veröffentlichungen haben jedoch immer wieder für Unmut gesorgt, denn viele Heime fühlten sich zu schlecht benotet und fürchteten hierdurch eine sinkende Anzahl der Heimbewohner. Nun soll der Pflege-TÜV reformiert werden, um Pflegeeinrichtungen künftig besser und transparenter bewerten zu können.

Falscher Bewertungsansatz beim Pflege-TÜV

Bereits in den letzten Monaten gab es immer wieder Diskussionen und Gerichtsurteile zum Pflege-TÜV. Eine Einigung der Beteiligten konnte jedoch nicht erreicht werden. Besonders negativ wurde unter anderem bewertet, dass der Medizinische Dienst der Krankenkassen häufig nur die Dokumentation der Pflege als die Pflege selbst bewertete. Auch war es bisher möglich, Defizite in der Pflege etwa mit einem schön gestalteten Garten zu kompensieren. Wichtig sei es, so Christina Grote, Sprecherin des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, dass in der Zukunft mehr Wert auf Kernkriterien gelegt wird, so dass auch die Pflege besser bewertet werden kann.

Überwiegend positive Bewertung der Pflegeheime

Seit der Einführung des Pflege-TÜV überprüfte der Medizinische Dienst der Krankenkassen etwa 18.000 Einrichtungen, die vorwiegend mit gut und sehr gut bewertet wurden. Nach Ansicht von Frau Grothe wäre es durchaus möglich, dass diese Bewertungen nun teilweise revidiert werden müssen. So soll es künftig nicht mehr möglich sein, dass Heime, deren Pflege nicht optimal ist, mit gut bewertet werden können.

Die neuen Regelungen zum Pflege-TÜV sollen wohl noch im März diesen Jahres beschlossen und dann im Sommer in Kraft treten. Von da an, so erhoffen sich viele Experten, soll es Familien und deren Angehörigen also deutlich einfacher werden, Pflegeeinrichtungen und die dortige Qualität der Pflege zu bewerten.

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