Pflege: Zuschuss auch für Altverträge?

Als Pflege-Bahr oder Pflege-Riester wird die geplante Förderung der privaten Pflegeversicherung bezeichnet. Vergleichbar mit den Zulagen bei Riester Verträgen Im Bereich der Altersvorsorge, soll auch die persönliche Absicherung für den Pflegebedarf staatlich unterstützt werden.

Pflege-Riester beschlossen

Nachdem die Förderung bereits seit Monaten diskutiert wird, wurde dieser Teil der Pflegereform nun im Kabinett beschlossen, zusammen mit dem umstrittenen Betreuungsgeld. Auch die Pläne zur privaten Pflegeversicherung sind nicht unumstritten. So bemängeln Politiker der Opposition, dass angesichts hoher Verwaltungskosten keinerlei Rendite zu erwarten sei, auch nicht mithilfe der Zulagen. Vielmehr handele es sich bei den Zulagen um eine Steuerverschwendung. Cem Özdemir warf den Plänen der Koalition sogar Klientel-Politik vor.

Fünf Euro Zuschuss

Bisher war der Pflege-Riester auch innerhalb der Union nicht sehr beliebt. Vor allem Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte sich dazu geäußert keinen größeren Geldposten für die Förderung bereitstellen zu wollen. Nach Gesprächen mit FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr hat man sich nun aber auf eine monatliche, einkommensunabhängige Förderung in Höhe von fünf Euro geeinigt.

Altverträge förderfähig?

Davon profitieren sollen dann nicht nur Neuverträge. Sind Altverträge nach den neuen Vorgaben förderungsfähig könnten Versicherte auch für sie die Förderung beantragen. Bislang ist über die geplanten Förderbedingungen bekannt, dass Volljährige, die zusätzlich zur staatlichen Pflegeversicherung eine private abschließen die Förderung beantragen können, wenn der Vertrag mindestens 10 Euro monatlich kostet und im Pflegefall mindestens 600 Euro pro Monat auszahlt. Allerdings betrifft dies nur einen Teil der bisher abgeschlossenen Policen. Da jeder mit einer förderfähigen Police zukünftig die Förderung beantragen kann, könne keine Obergrenze der Kosten festgelegt werden. Die Anzahl der Verträge ist hier ausschlaggebend.

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