Patientendaten sollen bei Krankenversicherungen vor Missbrauch geschützt werden

Um ihre Versicherten zu betreuen, nutzen immer mehr Krankenkassen externe Call-Center, die Fragen rund um die gesetzliche und private Krankenversicherung beantworten und entsprechende Hilfen bieten. Dass diese Praxis jedoch gefährlich sein kann, zeigt das Beispiel der BKK Gesundheitskasse, wo Daten von diesen externen Firmen ausspioniert und anderweitig genutzt wurden.

Patientendaten besser vor Missbrauch schützen

Vor diesem Hintergrund fordert jetzt die Union im Bundestag einen besseren Schutz sensibler Gesundheitsdaten, um derartigen Missbrauch künftig zu vermeiden. Eventuell bestehende Lücken in den vorhandenen Gesetzen müssen hierfür umgehend geschlossen werden, denn nur so ist es möglich, Patientendaten zu schützen.
Aktuell droht Krankenkassen, die derart fahrlässig mit den Daten ihrer Versicherten umgehen, noch keine rechtliche Sanktion, auch Strafen sind in diesem Fall nicht zu erwarten. Gegenüber privaten Unternehmen sind die Krankenkassen sogar privilegiert, denn diese müssten beim Missbrauch von Kundendaten entsprechende Strafen bezahlen. In der Wirtschaft hat der Schutz von Kundendaten daher bereits seit vielen Jahren einen hohen Stellenwert.

Dass nun auch die Krankenkassen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Daten sorgsam umgehen, soll das Gesetz jetzt geändert werden, so dass auch die Krankenkassen mit Strafen und Bußgeldern rechnen müssen, wenn auf ihr Verschulden hin Daten ausspioniert und missbräuchlich verwendet werden. Wann dieser Gesetzentwurf jedoch auf den Weg gebracht werden kann, ist noch offen. Zuerst müssen wohl Fachverbände über die entsprechenden Rahmenbedingungen verhandeln.

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