Organspende in Deutschland: mehr Organspender in 2010

In Deutschland leben rund 12.000 Menschen, die auf eine dringende Organspende warten. Im Jahr 2010 konnte wieder mehr Menschen geholfen werden, denn die Zahl der Organspenden ist im vorangegangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Im Vergleich zum Jahr 2009 erhöhte sich die Zahl der Organspenden leicht um 79 Personen. Damit war es 2010 möglich, 1.296 Menschen durch Spenderorgane zu helfen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation zeigte sich daher sehr zufrieden. Auch wenn diese Zahl sehr erfreulich ist, spenden nicht einmal ein Prozent aller Menschen ihre Organe.

Zahl der Organspender in Deutschland nach wie vor gering

So starben im Jahr 2009 laut Statistischem Bundesamt insgesamt rund 854.000 Menschen, von denen jedoch nur 1.217 einen Organspendeausweis bei sich trugen. Um diese Situation in den kommenden Jahren zu verbessern, wird jetzt eine Änderung des Transplantationsgesetzes angestrebt. Diese Änderungen sollen nach den Wünschen der Beteiligten noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Früher auf potentielle Organspender zugehen

Die Deutsche Stiftung Organtransplantation mahnt in Deutschland eine Verbesserung des Systems an. Nur so sei es möglich, den mehreren tausend Menschen zu helfen, die vergeblich auf eine Organtransplantation warten. Der medizinische Vorstand der Stiftung, Günter Kirste, sieht zwar eine Verbesserung der Situation, vor allem in der Mitte sowie im Norden Deutschlands, dennoch gäbe es einen starken Nachholbedarf. Neue Gesetze seien laut Kirste nicht notwendig, vielmehr sollten die Krankenhäuser sowie die medizinischen Beteiligten eher auf die Betroffenen einwirken, um so die Wartezeiten für Patienten zu verkürzen. Auch sollten die Bundesländer ihren Überwachungsaufgaben besser gerecht werden. Für die Stiftung selbst fordert Kirste erhöhte Kompetenzen. Diese sollen es ermöglichen, sehr frühzeitig auf potenzielle Spender zuzugehen, und nicht erst tätig zu werden, wenn es vielleicht schon zu spät ist.

Vermerk im Personalausweis

Der Chef der Unions-Fraktion Volker Kauder hingegen schlug vor, dass kommunale Ämter und Behören die Bürger auf die Möglichkeit zur Organspende ansprechen und dann auch den Organspendestatus in den jeweiligen Dokumenten vermerken. So sei es möglich, die Bereitschaft zur Organspende im Personalausweis eintragen zu lassen, so dass sie für Unfallbeteiligte oder die Mediziner im Krankenhaus schnell ersichtlich ist.

Alle Bürger per Gesetz Organspender

Im Entwurf zur Neuordnung des Organspendegesetzes hingegen sei vorgesehen, dass alle Menschen in Deutschland Organspender seien. Nur diejenigen, die der Organspende widersprechen, würden ausgenommen. Einen solchen Gesetzesentwurf favorisiert sowohl Rolf Koschorrek von der CDU als auch Karl Lauterbach von der SPD.

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