Organspende: Briefe der Krankenversicherungen kommen

Der Bundestag hat eine Änderung des Transplantationsgesetzes in Deutschland beschlossen. Voraussichtlich noch in diesem Jahr werden alle Krankenversicherten ab 16 Jahren per Briefpost gefragt, ob sie Organe nach ihrem Tod spenden wollen. Die Post soll von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen kommen.

Post von der Krankenversicherung

Die Versicherten sollen künftig in regelmäßigen Abständen von den Krankenversicherungen angeschrieben werden. Das hat der Deutsche Bundestag in der vergangenen Woche entschieden. Sie werden dazu aufgefordert, sich mit dem Thema Organspende auseinanderzusetzen und eine Erklärung darüber abzugeben, ob sie nach ihrem Tod zu einer Organspende bereit sind oder nicht. In den Briefen der gesetzlichen Kassen und der privaten Versicherer finden sie ausführliche Informationen zur Organspende. Auch ein Spenderausweis soll den Schreiben beiliegen, damit mehr Menschen als bisher ihre Bereitschaft zur Organspende erklären.

Mehr Spender gesucht

Rund 12.000 Patienten benötigen in Deutschland dringend eine Organspende. Täglich sterben einige von ihnen, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt. Mit der Reform der Organspende erhofft sich der Bundestag nun, die Zahl der Spender zu erhöhen. Dennoch wird niemand dazu verpflichtet, seine Organe zu spenden. Wichtig ist nur, dass sich mehr Deutsche mit der Thematik beschäftigen. Auch ein klares Nein zur Organspende hilft den Verantwortlichen und entlastet zudem die eigenen Angehörigen, da diese im Ernstfall eine Entscheidung treffen müssten. Gesundheitsminister Daniel Bahr erklärte kürzlich, dass die neue Regelung auch akzeptiert, wenn jemand sich zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht für oder gegen die Bereitschaft zur Organspende entscheiden will. Die Krankenversicherten werden jedoch immer wieder angeschrieben, damit sie eine Erklärung abgeben.

Organspendeausweis rettet Leben

Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärt die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott, dass sich weit über 70 Prozent aller Bürgerinnen und Bürger für eine Organspende aussprechen. Tatsächlich hätten bisher aber nur 25 Prozent der Deutschen einen Spenderausweis. Die Reform der Organspenderegelung und die Schreiben der Krankenversicherungen könnten künftig dazu beitragen, dass mehr Menschen eine freiwillige Erklärung zur Organspende abgeben.

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