Öko-Test prüft Einsparmöglichkeiten durch PKV-Tarifwechsel

In der aktuellen Öko-Test Ausgabe (7/2015) wurde untersucht, wie hoch das Sparpotenzial eines 55-Versicherten beim Tarifwechsel der privaten Krankenversicherung ist. Der Test zeigt zwar, dass Privatversicherte viel sparen können. Gleichzeitig wird in der Untersuchung jedoch darauf hingewiesen, dass sich die Ersparnis „nicht eins zu eins auf reale Kunden übertragen“ lässt.

Private Krankenversicherung: Mit Tarifwechsel Beiträge senken

Egal ob gesetzliche oder private Krankenversicherung – Beitragserhöhungen sind für Versicherte ein Ärgernis. Sowohl in der GKV als auch in der PKV können Betroffene den Versicherer wechseln, um ihre Beiträge zu senken. Doch diese Möglichkeit stellt für Privatversicherte nicht immer die beste Option dar. Denn ihnen können durch die Anbieterwechsel sogenannte Altersrückstellungen verloren gehen. Diese zahlen Versicherte mit ihren Beiträgen, die genutzt werden, um steigende Beiträge im Alter abzufedern. Können die Rückstellungen nicht zum neuen Anbieter mitgenommen werden, muss das Polster dort neu über höhere Beiträge aufgebaut werden. Dies kann zulasten der durch den Wechsel in Aussicht gestellten Beitragsersparnis gehen. Als Alternative bietet sich der Tarifwechsel beim gleichen Versicherungsunternehmen an. Öko-Test hat nun untersucht, wie viel Privatpatienten dabei sparen können.

Ergebnisse der Öko-Test kaum auf PKV-Versicherte übertragbar

Auch wenn die Untersuchung der Öko-Test zur privaten Krankenversicherung teils hohe Sparpotenziale aufweist, so helfen die Testresultate nur den wenigsten Privatversicherten. „In der Praxis hängt sowohl die Höhe der gebildeten Altersrückstellungen als auch das Sparpotenzial ausschließlich vom individuellen Versicherungsverlauf ab“, so das Magazin. Die Ergebnisse des Tests gelten daher nur für den Modellkunden. Zudem wurden lediglich die Angebote von 20 privaten Krankenversicherern geprüft, was etwa die Hälfte der am Markt tätigen Unternehmen widerspiegelt.

Kostenersparnis meist zulasten der Leistungen

Die größte Ersparnis ist Öko-Test zufolge bei der Axa möglich. Wer als männlicher Versicherter von „AM (100), K2, Z100S“ zu „VITAL 250, VITAL-Z“ wechselt, kann monatlich bis zu 283 Euro sparen. Allerdings geht der Tarifwechsel mit geringeren Leistungen im Bereich Heilmittel, Heilpraktiker und Zahnersatz sowie Kieferorthopädie einher. Auch Frauen können mit einem Wechsel innerhalb der Axa bis zu 291 Euro pro Monat sparen. Allerdings ist dieser ebenfalls „mit erheblichen Leistungseinbußen verbunden.“ Daher weisen die Tester darauf hin, „dass Wechselwillige niemals allein auf die Beitragsersparnis schauen dürfen, sondern sich immer die Leistungsunterschiede aufzeigen lassen müssen.“

Wer seinen Tarif wechseln möchte, sollte sich trotz möglicher Probleme durch die Mitnahme der Altersrückstellungen auch Angebote anderer Versicherer einholen. Nur so lässt sich genau beurteilen, welche Form des Wechsels sinnvoller ist.

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