Notlagentarif in der PKV soll 2013 kommen

Der Notlagentarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) kommt. Der Bundesrat hat in der vergangenen Woche dem „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ zugestimmt. PKV-Beitragsschuldner sollen im Notlagentarif nur noch eingeschränkte Leistungen erhalten.

Notlagentarif für PKV-Beitragsschuldner wird eingeführt

Kunden der privaten Krankenversicherung (PKV) sollen künftig in einen Notlagentarif überführt werden, wenn sie ihre Prämien nicht mehr zahlen können. Dies wurde am vergangenen Freitag im Bundesrat entschieden. Das „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ soll voraussichtlich schon zum 1. August oder zum 1. September 2013 in Kraft treten. Nach Angaben des PKV-Verbandes werden Betroffene nur noch zwischen 100 und 150 Euro für den Notlagentarif zahlen müssen. Dafür erhalten sie dann aber auch nur noch sehr eingeschränkte Leistungen von der privaten Krankenversicherung.

PKV-Verband: „Notlagentarif ist gute Lösung für alle Versicherten“

Der Verband der Privaten Krankenversicherung begrüßte die anstehende Einführung des neuen Notlagentarifs. Dieser sei eine gute Lösung für alle Versicherten, bekräftigte der neue Verbandsvorsitzende Uwe Laue: „Er verringert das Problem der Beitragsschulden für die Betroffenen und entlastet damit letztlich auch die übrigen Versicherten.“ Beitragsschuldner müssen künftig wesentlich weniger zahlen, haben aber dennoch einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Notfallleistungen zum Beispiel bei akuten Erkrankungen oder bei Schwangerschaft.

Neue Chance für PKV-Beitragsschuldner

Versicherte, die bereits hohe Schulden bei der PKV angesammelt haben, erhalten mit dem neuen Notlagentarif die Chance, schneller wieder schuldenfrei zu werden. Durch den geringeren Betrag für den Notlagentarif häufen sie weniger neue Schulden an. Sobald sie ihre Schulden beglichen haben, sollen sie vom Notlagentarif wieder zu ihren alten Normaltarif wechseln dürfen. Das neue Gesetz, das am Freitag den Bundesrat passiert hat, sieht zudem vor, dass die Versicherer Betroffene auch rückwirkend in den Notlagentarif einstufen. Diese Maßnahme kann nach den Angaben des PKV-Verbands einige Monate Zeit in Anspruch nehmen, was für die Betroffenen jedoch keinerlei Nachteile bedeutet, versichert Verbandschef Laue. „Die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung werden alles daran setzen, die Regelung schnellstmöglich umzusetzen.“

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr