Neue Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung

Wie fast jedes Jahr wird auch 2014 die Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung (PKV) der aktuellen Lohnentwicklung angepasst. Erneut erfolgt dabei eine Erhöhung um 1.350 Euro pro Jahr. Für Angestellte wird es damit noch schwieriger in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Was ist die Versicherungspflichtgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt, bezeichnet die Höhe des Mindesteinkommens von Angestellten, die in die private Krankenversicherung wechseln möchten. Denn anders als Selbständige, Freiberufler, Studenten und Beamte, können sich Arbeitnehmer nur bei einem sehr guten Einkommen von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die Grenze wird dabei jährlich an die aktuelle Lohnentwicklung angepasst. Da die Löhne weiter angestiegen sind, wird zum Jahreswechsel auch die Versicherungspflichtgrenze erhöht.

Neue Versicherungspflichtgrenze ab 1.1.2014

Aktuell liegt das Mindesteinkommen für Arbeitnehmer, die in die private Krankenversicherung wechseln wollen, bei 52.200 Euro brutto jährlich. Um im nächsten Jahr in die private Krankenversicherung wechseln zu können, muss das Bruttojahreseinkommen mindestens 53.550 Euro betragen. Ein Wechsel in die PKV wird also weiter erschwert. Die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze hat aber auch für Arbeitnehmer Konsequenzen, die bereits in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Denn liegt ihr Einkommen nur knapp über der bisherigen Versicherungspflichtgrenze, droht ihnen durch die Erhöhung ein Rückfall in die Versicherungspflicht. Sie müssen sich dann wieder gesetzlich krankenversichern.

Zukunft der privaten Krankenversicherung

Private Krankenversicherer fordern in letzter Zeit immer wieder eine Aufweichung der Regelung. So sei eine Öffnung der privaten Krankenversicherung, im Sinne aller Versicherten. Wie es mit dem deutschen Krankenversicherungssystem allgemein weiter gehen wird, hängt auch von der Regierungsbildung nach der Wahl ab. Denn während die Wahlsieger CDU/CSU nicht viel am aktuellen dualen Krankenversicherungssystem ändern wollen, streben die möglichen Koalitionspartner SPD und Bündnis90/Die Grünen beide eine Bürgerversicherung an. Dass diese in der nächsten Legislaturperiode umgesetzt wird, ist zwar fraglich. Eine Senkung der Versicherungspflichtgrenze ist in einer Koalition mit SPD oder den Grünen aber genauso unwahrscheinlich.

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