Neue Therapie macht Tuberkuloseerreger angreifbar

Amerikanischen Forschern ist es gelungen, ein Mittel zu entwickeln, mit dem der Kampf gegen Tuberkulose in Zukunft erfolgsversprechender sein dürfte. Das Medikament, welches an Mäusen überaus erfolgreich angewendet worden ist, greift zu einem einfachen Mittel für den Erfolg. Es bekämpft Tuberkulose nicht selbständig, sondern macht den Erreger für das Immunsystem sichtbar und somit angreifbar.

Tuberkulose bald heilbar?

Das alte Mittel gegen Tuberkulose nennt sich Bacillus Calmette-Guérin (BCG) und wurde bereits vor knapp einem Jahrhundert entwickelt.

Das Medikament brachte aber eine Reihe von Problemen mit sich, so lag die Erfolgsquote bei nur 50 – 80 Prozent und die Patienten mussten mit vielen Nebenwirkungen rechnen. Seit 1998 wird BCG in Deutschland nicht mehr verwendet, da der Aufwand die geringen Erfolgschancen nicht rechtfertigte. So konnte beispielsweise bei einer falschen Verabreichung ein Patient positiv auf Tuberkulose getestet werden, weshalb nur speziell geschultes Personal das Medikament verabreichen durfte.

Die amerikanischen Forscher vom Albert-Einstein College of Medicine in New York, konnten mithilfe des neuen Medikaments Tuberkuloseerreger erstmals vollständig unschädlich machen. Auch wenn noch nicht bei allen Versuchsmäusen ein 100-prozentiger Erfolg eingetreten ist, so gehen die Forscher davon aus, dass das Präparat die besten Möglichkeiten für die Zukunft bietet.

Manipulation des Tuberkuloseerregers verspricht Heilung

Die Forscher haben dem Tuberkulosebakterium ein spezielles Gen entnommen, welches dafür verantwortlich ist, dass das Immunsystem den Erreger nicht als Bedrohung erkennt. Die Entfernung dieses esx-3-Gens aus einem harmlosen Verwandten des Tuberkuloseerregers, Mycobacterium smegmatis, führte dazu, dass der Erreger erkannt wurde und das Immunsystem Antikörper produzierte. Als die Mäuse anschließend mit dem echten Erreger, Mycobacterium tuberculosisa infiziert wurden, erkannte das Immunsystem das Bakterium und ergriff Gegenmaßnahmen.

Die für die Erkennung der Tuberkuloseerreger verantwortlichen T-Helferzellen lösen Alarm aus und aktivieren somit die Immunzellen. Bei einer Übertragung der aktivierten Immunzellen auf andere Testmäuse haben auch diese eine Immunität gegen Tuberkulose entwickelt. Die Meldung über einen Tuberkulose-Impfstoff ist deshalb so wichtig, weil sich in den vergangenen Jahren Tuberkulose wieder weltweit ausbreitet. So sind laut WHO-Schätzungen weltweit rund 2 – 3 Millionen Menschen infiziert.

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