Neue Medikamente verunsichern Krankenkassen-Patienten

Neue MedikamenteDie gesetzlichen Krankenkassen versuchen in mehreren Bereichen, Kosten zu senken. Vor allem durch Verhandlungen mit Pharmaunternehmen soll es gelingen, die Ausgaben für Medikamente zu senken und damit Defizite zu vermeiden oder zu reduzieren. Dies soll auch künftige Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge verhindern. Die privaten Krankenkassen nutzen derartige Rabattverträge meist noch nicht, hier können Patienten die von ihnen gewünschten Medikamente ohne Einschränkungen erhalten. Gleiches gilt, wenn gesetzlich Versicherte eine private ambulante Zusatzversicherung abgeschlossen haben, denn auch hier können die jeweils gewünschten Medikamente ohne Aufpreis gewählt werden.

Neue Mediamente für Kassenpatienten in Apotheken

Zum 01. Januar 2011 treten bei vielen gesetzlichen Kassen neue Arzneimittel-Verträge in Kraft, wodurch die Apotheken vor Ort zum Teil andere Arzneimittel an die Versicherten ausgeben müssen. Hiervon sind Experten-Aussagen zufolge mehrere Millionen Patienten betroffen. Die Apotheker müssen sich strikt an die Rabattverträge halten, da die Kosten teurerer Medikamente von den Kassen nicht übernommen würden.

Verbraucherzentrale befürchtet Verunsicherung der Patienten

Diese neuen Arzneimittel weisen zwar die gleichen Wirkstoffe wie das vorherige Medikament auf und sind daher für die Behandlung durchaus geeignet, nicht selten kommt es jedoch zu Dosierungsproblemen oder aber zu Unverträglichkeiten. Insbesondere ältere Menschen haben es schwer, sich auf neue Medikamente einzustellen.
Der Gesundheitsexperte Stefan Etgeton vom Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet aus diesem Grund eine große Verunsicherung der Menschen in den Apotheken. Einige Menschen sind verwirrt und glauben nicht an die Wirkung der neuen Medikamente, mitunter kommt es auch zu Nebenwirkungen, die mit den alten Präparaten nicht aufgetreten sind. Das Gesundheitsministerium hingegen sieht keine Anhaltspunkte für Probleme, weshalb keine Neuregelungen zu erwarten sind.

Mögliche Unverträglichkeit mit neuen Medikamenten vom Hausarzt bestätigen lassen

Trotz dieser Schwierigkeiten rät Etgeton dazu, die von der Krankenkasse vorgeschlagenen Medikamente zu wählen. Bei etwaigen Unverträglichkeiten könnte der Hausarzt erneut aufgesucht werden, der diese Unverträglichkeit dann bestätigt und das gewohnte Medikament verschreiben kann. Damit ist es möglich, das bisherige Arzneimittel ohne Aufpreis in Form der Medikamentenzuzahlung zu erhalten.

Alternativ besteht seit dem 01. Januar 2011 die Möglichkeit, Alternativmedikamente zu wählen. Patienten haben somit Wahlfreiheit bei Medikamenten und können selbst entscheiden, welches Präparat genutzt werden soll. Die Mehrkosten sowie eine zusätzliche Verwaltungsgebühr sind jedoch vom Versicherten zu tragen.

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