Nahrungsergänzung: Verbraucherschützer warnen vor ausländischen Mitteln

Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet haben Hochkonjunktur. Versprechen sie dem Verbraucher doch auf die Schnelle eine Traumfigur. Allerdings warnen Verbraucherschützer jetzt vor Präparaten aus dem Ausland. Getestet wurden 78 Mittel aus den Bereichen Anti-Aging, Gewichtsreduktion sowie zur Potenz- und Libidosteigerung. Dabei wurden gefährliche Wirkstoffe in fast jedem dritten Präparat gefunden.

Gesundheitsgefahr Traumfigur

Dass der Wunsch nach einer schlanken Figur und einer gesteigerten Libido inzwischen zu einem Milliardengeschäft geworden ist, lässt sich allein schon an der Tatsache ablesen, dass Käufer online für die entsprechenden Mittel im Schnitt 30 Euro ausgeben.

Was die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen allerdings in ihrer Marktuntersuchung herausgefunden haben. , hat nur wenig mit der versprochenen Wirkung zu tun.

Im Test kamen nur rund 90 Prozent der bestellten Präparate überhaupt beim Käufer an. Und was am Ende in deren Händen landete, hat mit gesunder Nahrungsergänzung teilweise nur wenig zu tun. So fanden sich in rund einem Drittel der getesteten Produkte Wirkstoffe, die hierzulande nicht zugelassen sind. Das Brisante: Auf der Verpackung war von den gefundenen Inhaltsstoffen keine Rede.

Herz-Kreislauf-Beschwerden und Übelkeit

Einige der Mittel, die als Nahrungsergänzung für Sportler gedacht sind, bezeichneten die Verbraucherschützer sogar als Drogen- und Dopingpräparate. Die Gefahr solcher Präparate liegt aber nicht nur in der Tatsache, dass die Inhaltsangaben fehlen oder nicht in Deutsch enthalten sind. Einige der Produkte enthielten Sibutramin und Tadalafil oder Ephedrin und Amphetamin – oder sogar Phenolphthalein, das als krebserregend gilt.

Verbraucher, die trotzdem zu den Ergänzungsmitteln aus dem Internet greifen, dürfen sich also nicht über Herz-Kreislaufprobleme, Übelkeit oder schlimmere Folgen wundern. Was die Verbraucherschützer zudem bemängeln, ist die Tatsache, dass potenziell gefährliche Mittel die Grenzen in die EU passieren können – und sich über falsche Gütesiegel sogar einen seriösen Anstrich verpassen. Verbraucher, die zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen wollen, müssen gerade im Internet sehr genau hinschauen und sollten hinterfragen, was sie sich ins Haus holen.

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