Morgen & Morgen: PKV mit positiver Entwicklung

Das Analysehaus Morgen & Morgen hat das jährliche Beitragsstabilitäts-Rating in der PKV veröffentlicht. Obwohl die PKV gerade den härtesten Gegenwind in ihrer Geschichte erfährt, fällt das Ergebnis des Ratings überraschend positiv aus.

Weniger Beitragsanpassungen …

Das Niveau der Beitragsanpassungen in der PKV hat sich nach Angaben von Morgen & Morgen verbessert. Aus dem aktuellen Rating zur Beitragsstabilität wird deutlich, dass die privaten Krankenversicherungsgesellschaften ihre Vollversicherungstarife in diesem Jahr weniger oft und weniger stark als im vergangenen Jahr angepasst haben. Im Schnitt sind bei den insgesamt 1.694 untersuchten Tarifkombinationen die Beiträge für Männer 2012 um 5,24 Prozent, für Frauen sogar nur um 3,87 Prozent angestiegen. Seit drei Jahren fällt die Steigerung damit erstmals wieder geringer aus.

… und mehr Top-Tarife

In der aktuellen Untersuchung von Morgen & Morgen erhielten insgesamt 27 Prozent der PKV-Tarife eine Top-Bewertung. Das hatten im Vorjahr lediglich 21 Prozent der PKV-Angebote geschafft. Im Vergleich zu 2011 erhielten auch deutlich mehr Tarife eine gute Bewertung von dem unabhängigen Analysehaus und es gab weniger schlecht bewertete PKV-Tarife. “Insgesamt hat sich der Markt ein wenig beruhigt“, sagt Morgen & Morgen-Geschäftsführer Stephan Schinnenburg. “Sicherlich ist diese Entwicklung auch teilweise den bevorstehenden tariflichen Veränderungen hinsichtlich der Unisex Tarife geschuldet“, schätzt er die aktuelle Marktlage ein.

„Unschöne“ Ausreißer

Trotz der offensichtlichen Verbesserung der Branche in Bezug auf die Beitragsstabilität gibt es laut Untersuchung auch weniger schöne Ausreißer am Markt. So seien bei einzelnen Tarifen die Neubeiträge bis Mai 2012 um mehr als das Doppelte angestiegen. Ein PKV-Tarif, der vor zehn Jahren noch 255 Euro pro Monat kostete, lag im aktuellen Rating sogar bei 622 Euro. Insgesamt zeichnete sich wie in den vergangenen Jahren auch eine enorme Spannbreite bei den Beitragsanpassungen ab. Für männliche Privatversicherte lag die prozentuale Steigerung zwischen den Jahren 2002 und 2012 im niedrigsten Fall bei 0,7 Prozent und im höchsten Fall bei 12,4 Prozent. Für Frauen gab es im günstigsten Fall PKV-Tarife, bei denen sich die Monatsbeiträge im selben Zeitraum um 0,5 Prozent erhöhten, im schlechtesten Fall gab es eine Steigerung um 8,2 Prozent.

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