Menschliches Versagen: 1.712 Patienten sterben 2010 durch Ärztepfusch

Wie die „Bild“ Zeitung berichtet, mussten im Jahr 2010 über 1.700 Menschen sterben, weil Ärzte gepfuscht haben. Dies ist eine Erhöhung um ca. 35 Prozent gegenüber dem Jahr 2009, was besonders besorgniserregend ist.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. hält die Zahl für unrealistisch und geht von jährlich ca. 17.000 Fällen aus, die nach Behandlungsfehlern von Ärzten zum Tode geführt haben. Dies bedeutet eine Verzehnfachung gegenüber der von der Bundesregierung genannten Opferzahl.

Wie „Bild“ weiter berichtet, seien die häufigsten Ursachen für den Tod durch Ärztefehler mangelnde Desinfektion (in 410 Fällen),  Probleme bei Transplantationen (in 171 Fällen) sowie bei Implantationen von künstlichen Geräten (in 121 Fällen). Weitere Ursachen für den Patiententod lagen u.a. im Pfusch von Operationswunden, die zu schlecht vernäht waren und nicht heilen wollten. Ebenfalls gravierend:  47 Menschen mussten sterben, weil Ärzte versehentlich falsche Schnitte während der Operation machten.

Die Zahl der Patienten, die nur durch Ärztepfusch gestorben sind, hat sich im Vergleich zu 2009 um insgesamt 393 erhöht. Wie dieser Entwicklung Abhilfe geschafft werden kann, ist noch unklar. Ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst und übermüdete Ärzte sind aber wahrscheinlich der falsche Weg.

Hinzu kommt, dass den Angehörigen bei einem Ärztepfusch oftmals die Hände gebunden sind und die Kliniken sich weigern, den Fehler einzugestehen und eine finanzielle Entschädigung zu leisten. Für die betroffenen Familien bedeutet dies neben dem schmerzhaften Verlust eines Angehörigen zusätzlich einen längeren Rechtsstreit und hohe Kosten.

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