Mehrheit der Ärzte will private Krankenversicherung (PKV) erhalten

Fast neun von zehn Ärzten lehnen die Bürgerversicherung ab und fordern den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV). Das berichtet der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. und beruft sich dabei auf eine Umfrage des Bundesverbands der niedergelassenen Fachärzte und des Online-Ärztenetzwerks Hippokranet.

Ärzte wollen duales Krankenversicherungssystem

Bei der Befragung von insgesamt 2.100 niedergelassenen Ärzten in Deutschland sprachen sich 86 Prozent der Umfrageteilnehmer für das duale Krankenversicherungssystem aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung aus, meldet der PKV-Verband. Einen Umbau des Systems, wie ihn beispielsweise die SPD plant, lehnen die meisten Ärzte ab. Das Umfrageergebnis macht deutlich: Kaum ein Mediziner unterstützt die Einführung der Bürgerversicherung, mit der die Trennung von GKV und PKV aufgehoben werden soll.

Zwei-Säulen-Modell für das Wohl der Patienten

Das hervorragende deutsche Gesundheitssystem resultiere nicht zuletzt auch aus dem Zwei-Säulen-Modell aus PKV und GKV, betonte Reinhold Schulte, Vorsitzender des Verbands der Privaten Krankenversicherung. „Die niedergelassenen Ärzte wissen das aus täglicher Erfahrung. Sie sind deshalb für den Erhalt des bewährten dualen Systems, zum Wohle der Patienten“, so Schulte. Nur das Nebeneinander der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung sorge für ein stabiles Versorgungssystem, wie man es hierzulande kennt. „Die aktuelle Umfrage zeigt: Den Ärzten ist dies bewusst“, meint der Verbandschef.

Einheitsversicherung verschlechtert medizinische Versorgung

Die Mediziner betrachten die SPD-Pläne für eine Bürgerversicherung wohl auch deshalb mit großer Skepsis, weil die Erfahrungen aus anderen Ländern mit einer Einheitsversicherung zeigen, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung dort deutlich schlechter ist als in Deutschland. Ein Blick über die Grenze zeige, dass eine Einheitsversicherung zu extrem langen Wartezeiten, keiner freien Arzt- und Krankenhauswahl, rationierten Leistungen sowie hohen Zuzahlungen käme, betont Schulte. Der Chef des PKV-Verbandes warnt: „Ohne den Systemwettbewerb zwischen gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen sind Leistungskürzungen politisch viel einfacher durchsetzbar.“ Die aktuelle Umfrage zeigt in jedem Fall, dass die niedergelassenen Ärzte das duale System aus PKV und GKV deutlich mehr schätzen als die Bürgerversicherung.

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