Medizinische Inflation soll in PKV Beitrag einkalkuliert werden

Die private Krankenversicherung (PKV) musste in den vergangenen Jahren ihre Beiträge stetig anheben. Grund hierfür war vor allem die medizinische Inflation, denn die Ausgaben für die medizinische Betreuung der Versicherten steigen unaufhörlich. Ursachen sind zum einen das steigende Lebensalter der Versicherten, aber auch innovative Medikamente sowie neue Behandlungsmethoden sorgen dafür, dass sich die Kosten stetig erhöhen.

HUK Coburg fordert neues Kalkulationsmodell für die PKV

Aufgrund dieser medizinischen Inflation sind die bisher kalkulierten Altersrückstellungen oft nicht ausreichend, die notwendigen Gelder zurückzulegen.

Der Vorstand der HUK Coburg Krankenversicherung Olav Heroy forderte daher auf einer kürzlich stattgefundenen Fachtagung in Köln, dass die Versicherungen ein neues Kalkulationsmodell einführen, um insbesondere die Beitragssteigerungen der PKV bei älteren Versicherungen auszugleichen. Auch kann durch eine Neukalkulation der PKV-Tarife die bisher bestehende Kluft zwischen neuen und Bestandskunden ausgeglichen werden, denn vielfach ist der Beitrag für Neukunden geringer. Und dies, obwohl das Alter und der Gesundheitszustand von Neu- und Bestandskunden durchaus vergleichbar ist.

Inflation in der Altersrückstellung berücksichtigen

Heroy schlägt zur Behebung des Problems vor, die Kosten der medizinischen Inflation bereits bei der Kalkulation der Altersrückstellungen zu beachten. Bei einer möglichen Prämienanpassung soll dann die entstandene Differenz von Altersrückstellungen und medizinischer Inflation beziffert und kalkuliert werden. Diese Lücken sollen dann von allen Versicherten gleichermaßen getragen werden, so dass von einer Solidargemeinschaft gesprochen werden kann. Hieraus würden sich zwar anfangs steigende Beiträge ergeben, diese könnten jedoch längerfristig stabilisiert werden und zu einer nachhaltigen Beitragsstabilität in der privaten Krankenversicherung führen.

PKV „“Billigtarife“ nicht nötig

Sofern sich alle privaten Krankenkassen an einer derart neuen Kalkulation beteiligen, wäre es möglich, ein einheitliches Beitragssystem zu erreichen. Dieses System würde dann auch mit so genannten „Billigtarifen“ in der PKV aufräumen, die zwar anfangs zu sehr günstigen Preisen angeboten werden, wo aber in den Folgejahren hohe Aufschläge berechnet werden müssten.

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