Medizin Nobelpreis geht an Briten Gurdon und Japaner Yamanaka

Heute Vormittag wurde der Nobelpreis 2012 für den Bereich Medizin vergeben. Die diesjährigen Preisträger sind John B. Gurdon aus Großbritannien und Shinya Yamanaka aus Japan geworden. Sie wurden für ihre Leistungen auf dem Gebiet der Stammzellenforschung geehrt und erhalten umgerechnet rund 930.000 Euro Preisgeld. Der Nobelpreis wird seit 1901 verliehen.

Zwei Zellforscher mit Nobelpreis geehrt

Nachdem es im letzten Jahr drei Preisträger gab, von denen einer in einer einmaligen Entscheidung des Nobelpreiskomitees posthum geehrte wurde, geht der Preis für außergewöhnliche medizinische Leistungen dieses Jahr an Shinya Yamanake und John B. Gurdon. Das Karolinska-Institut in Stockholm teilte am späten Vormittag mit, dass die beiden Forscher für das Umprogrammieren reifer Zellen in pluripotente Stammzellen geehrt werden. Solche Zellen können sich zu jedem Zelltyp des Organismus entwickeln. Den beiden Forschern ist anzurechnen, dass es gelungen ist, erwachsene Körperzellen in diesen Zustand zurück zu programmieren.

Neue medizinische Erkenntnisse könnten Alzheimerpatienten helfen

Gurdon entdeckte bereits im Jahr 1962, dass die Entwicklung der Zellen rückgängig zu machen ist. Rund 40 Jahre später fand Yamanaka heraus, wie genau sich die Zellen umprogrammieren lassen. Diese pluripotenten Zellen sind für die Medizin besonders wichtig, da mit diesen Herzinfarkt- oder Alzheimer-Patienten geholfen werden kann. Zugleich kann auf die Verwendung von ethisch fragwürdigen embryonalen Zellen verzichtet werden.

Sechs Nobelpreiskategorien

Um die Chance auf einen Nobelpreis zu wahren, zählt nicht nur die Leistung des Wissenschaftlers auf dem jeweiligen Gebiet, sondern auch die Nominierung durch einen Lehrstuhlinhaber, Akademiker oder früheren Preisträger. Insgesamt wird der Nobelpreis in sechs Kategorien vergeben. Neben der heutigen Verleihung des Medizin-Nobelpreises folgen diese Woche weitere Ehrungen in Physik, Literatur, Chemie, Wirtschaft und am Freitag der Friedensnobelpreis.

930.000 Euro Preisgeld für Gurdon und Yamanaka

Die Verleihung des Nobelpreises geht auf das Testament von Alfred Nobel zurück. Dieser gab einen Großteil seines Vermögens in eine Stiftung für den Preis. Mit ihm werden schon seit 1901 Wissenschaftler geehrt. Dieses Jahr fällt das Preisgeld für die Medizinkategorie mit knapp 930.000 Euro rund 20 Prozent geringer aus als in den Vorjahren, denn auch am Sitzungskapital ging die Finanzkrise nicht ohne negative Auswirkungen vorbei.

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