Medikamenten Zuzahlung bei gesetzlichen Krankenkassen steigt

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen erwarten weitere Zuzahlungen zu Medikamenten

Bis vor kurzem zuzahlungsfreie Medikamente werden ab 01. September 2010 mit einer Zuzahlung belegt. Insgesamt gut 3000 verschreibungspflichtige Medikamente sind von nun an in Apotheken nicht mehr kostenlos. Betroffen sind hunterttausende Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Medikamenten Zuzahlung kann laut Gesundheitsministerium nur durch die Wahl zuzahlungsfreier Wirkstoffe umgangen werden, falls Alternativen vorhanden sind. Versicherte der Privaten Krankenversicherung (PKV) müssen in der Regel keine Zuzahlung zu den verschriebenen Arzneien leisten.

Sonderregel bei den gesetzlichen Zuzahlungen verantwortlich

Zum 01. September haben die Krankenkassen die Preisgrenze weiter gesenkt, ab der Medikamente zuzahlungsfrei sind. Damit sind nun einige tausend Medikamente mehr in der Preisregion für eine anfallende Zuzahlung. Somit sind von den gut 30.000 Medikamenten lediglich 5.500 zuzahlungsfrei. Im vergangenen Jahr 2009 waren es noch gut 10.000 Arzneimittel, die ohne Zuzahlung zu haben waren. Der Bundesverband der Deutschen Apothekenverbände befürchtet Umsatzeinbußen für die vielen angeschlossenen Apotheken in Deutschland und hofft auf Preissenkungen seitens der Pharmaindustrie für betroffene Medikamente. Die Zuzahlung beträgt je nach Größe der Packung 5 oder 10 Euro.

Aufzahlung bei vielen teuren Medikamenten

Neben der Zuzahlung kann zu einigen Medikamenten auch eine Aufzahlung fällig werden. Dabei handelt es sich um Arzneimittel, die vom Hersteller deutlich über dem festgelegten Festpreis angeboten werden. Die Differenz zwischen tatsächlichem Preis und dem festgelegten Preis muss der Patient tragen. Eine solche Aufzahlung ist häufig bei Migräne-Medikamente und kann durchaus 25 EUro und mehr betragen, zusätzlich zur anfallenden Zuzahlung von 5 oder 10 Euro.

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