Medikamente und Zahnarztbehandlungen treiben Kosten der PKV

Aus der abschließenden Betrachtung und Auswertung der Zahlen aus dem Jahr 2010 ziehen die privaten Versicherungsgesellschaften den Schluss, dass besonders steigende Medikamentenpreise und Zahnarztbehandlungen die Kosten in die Höhe treiben. Ambulante Arztbehandlungen stiegen am langsamsten, wie ein Blick auf die Entwicklung seit dem Jahr 2000 zeigt.

Medikamentenkosten steigen um knapp zwei Drittel

Die privaten Krankenversicherer haben einen Blick zurück auf die Entwicklung der Kosten in den letzten zehn Jahren geworfen und festgestellt, dass besonders die Preisentwicklung bei Medikamenten und Zahnärzten die Kosten in die Höhe getrieben hat.

Geringere Preisanstiege wurden bei den ambulanten und stationären Behandlungen verzeichnet.

In der Dekade von 2000 bis 2010 sind laut den Angaben der privaten Krankenversicherer die Kosten bei ambulanten Behandlungen um 38,9 Prozent gestiegen und damit den geringsten Preissteigerungen unterworfen. Bei den stationären Behandlungen sind Preissteigerungen von 39,9 Prozent zu verzeichnen gewesen, bei Zahnbehandlungen und Zahnersatz stiegen die Kosten um 45,5 Prozent. Die umfangreichsten Steigerungen wurden jedoch bei den Medikamentenpreisen verzeichnet, hier wurden Preissteigerungen von über 60 Prozent festgestellt.

Im Kostenvergleich legt PKV deutlicher zu

Die privaten Krankenversicherer haben aber nicht nur die Entwicklung der Preise in den eigenen Reihen betrachtet, sondern auch einen Vergleich mit der Entwicklung der Preise in der GKV im gleichen Zeitraum durchgeführt. Die Ergebnisse sind eindeutig: In der PKV sind die Kosten stärker angestiegen als in der GKV.

Bei stationären Behandlungen stiegen die Kosten der PKV im Durchschnitt um 6,7 Prozent mehr an als in der GKV, bei den Medikamenten um 7,0 Prozent und bei ambulanten Behandlungen um 10,3 Prozentpunkte. Am deutlichsten wird der Unterschied jedoch bei den Zahnarztbehandlungen, hier lag die Entwicklung 44,9 Prozent über der Preisentwicklung in der GKV. Es muss jedoch auch festgehalten werden, dass trotz steigender Kosten die Einnahmen der PKV heute deutlich über den Ausgaben liegen und auch die Rückstellungen wachsen.

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