Malaria: Wirksamer Impfstoff entdeckt

Für Millionen Kinder aus dem tropischen und subtropischen Raum gibt es neue Hoffnung auf eine Immunisierung gegen Malaria. Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline hat mit der Auswertung der Daten aus dem letzten Testzyklus seines Medikamentes RTS,S begonnen, die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.

Gibt es bald Immunisierung gegen Malaria?

Malaria ist besonders in den Tropen und Subtropen eine weitverbreitete Krankheit, die vor allem bei Kindern schnell zu Koma und Tod führen kann.

Übertragen wird die Krankheit durch die Weibchen der Anophelesmücke. GlaxoSmithKline (GSK) forscht seit 1987 an einem Mittel, welches der Vorbeugung von Malaria dienen soll. Das sogenannte RTS,S Mittel hat jetzt die Phase-III-Studie durchlaufen und erste Ergebnisse wurden im britischen Fachblatt „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht – die Ergebnisse können Millionen Kindern Hoffnung geben.

Für die Studie wurden die Kinder in zwei Gruppen eingeteilt, sechs bis 12 Wochen und fünf bis 17 Monate, die Ergebnisse der höheren Altersgruppe liegen bereits vor, die der Neugeborenen werden für Ende 2012 erwartet. Insgesamt waren an der Studie 15.000 Kinder beteiligt, davon 6.000 in der Altersgruppe fünf bis 17 Monate. An der Untersuchung waren auch Forscher des schweizerischen Tropen- und Public-Health Institutes (Swiss TPH) unter der Leitung von Marcel Tanner von der Universität Basel beteiligt.

Malariarisiko singt deutlich

Das Risiko, eine schwere Malariaerkrankung zu erleiden, sank demnach um rund 47 Prozent, für eine leichte Malariaerkrankung gar um 56 Prozent. Die Daten wurden von geimpften Kindern aus sieben afrikanischen Ländern südlich der Sahara ermittelt.  Sollten sich die Ergebnisse auch bei den Neugeborenen bestätigen, war die Phase-III-Studie die letzte Hürde vor einer Zulassung als Arzneimittel und könnte in Zukunft Leben retten.

In dem Medikament ist ein Protein aus dem Malariaerreger Plasmodium falciparum enthalten. In Kombination mit einem Wirkverstärker aktiviert dieser das Immunsystem der Kinder und fördert somit die Produktion von Antikörpern. Auch sind bisher kaum Nebenwirkungen aufgetreten, wodurch das Medikament laut GSK-Chef Andrew Witty  „das Potenzial [hat], die Zukunftsaussichten für Kinder, die in Malaria-Gebieten Afrikas leben, bedeutend zu verbessern.“

 

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