Lungenkrebs: Plötzliches Nichtrauchen als Warnsignal

Rauchen schädigt die Gesundheit. Gefäßerkrankungen, Lungenkrebs, Potenzstörungen – die Palette der Spätfolgen ist lang. Das Tückische am Lungenkarzinom – es wird meist spät festgestellt. Jetzt haben Wissenschaftler womöglich ein ungewöhnliches Signal zur Früherkennung gefunden, der plötzliche Verzicht auf den Glimmstängel. Ärzte beobachteten, dass spätere Krebspatienten einige Jahre vor der Diagnose plötzlich problemlos mit dem Rauchen aufgehört haben.

Der Verzicht auf die Zigarette als Warnsignal

Auf den ersten Blick scheint der Zusammenhang genauso ungewöhnlich wie spektakulär. Starke Raucher, die lange Zeit geraucht haben und beim Entzug immer wieder gescheitert sind, können plötzlich aufhören.

Und erhalten später die niederschmetternde Diagnose Lungenkrebs. Eine Beobachtung, die Wissenschaftler bereits seit längerer Zeit machen. Einen wirklichen Zusammenhang scheint aber niemand gesehen zu haben. Bis auf Forscher der University of Philadelphia. Die Ärzte nahmen sich des Problems an.

Und untersuchten die Geschichten mehrere Raucher mit der Diagnose Lungenkrebs. Interviewt wurden insgesamt 115 Probanden, die entweder vor der Diagnose oder währenddessen geraucht hatten. Das Ergebnis der Befragung: Von den 115 Patienten ließen 55 vor der Diagnose die Finger vom Glimmstängel, sechs spürten bereits erste Symptome des Lungenkrebses. Rund 30 Prozent fiel das Aufhören leicht – obwohl sie eigentlich genauso unter der Sucht nach Nikotin hätten leiden müssen. Es bleibt für die Wissenschaftler die Frage, inwiefern der Tumor und das plötzliche Nichtrauchen zusammenhängen.

Biologische Ursache für Entwöhnung

Aus ihrer Studie konnten die Wissenschaftler zwar einen scheinbaren Zusammenhang zwischen dem Symptom des plötzlichen Rauchstopps und dem Krebs ablesen. Wie genau beide biologisch zusammenhängen, ist aber unklar. Vermutlich, so der erste Erklärungsansatz der Forscher von der University of Philadelphia, schüttet der Lungenkrebs einen Stoff aus, der die Sucht hemmt. Und dadurch die Entwöhnung der Betroffenen leichter macht. Da allerdings nur bei 31 Prozent der Befragten ein entsprechender Zusammenhang ausgemacht werden konnte, lassen sich die Studienergebnisse nicht auf alle Patienten übertragen.

Rauchen als Risikofaktor

Damit das Entstehen von Lungenkrebs gar nicht erst begünstigt wird, empfehlen Ärzte den umgehenden Verzicht auf die Zigarette. Schließlich sind im Rauch eines einzigen Glimmstängels Dutzende Stoffe enthalten, die im Verdacht stehen, Tumore auszulösen. So nimmt ein Raucher, der über einen Zeitraum von 20 Jahren täglich eine ganze Schachtel Zigaretten konsumiert, pro Jahre rund eine Tasse Kondensat auf. Gleichzeitig sinkt die Lebenserwartung um mehrere Jahre.

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