Linksfraktion will die private Krankenversicherung abschaffen

Die private Krankenversicherung steht immer wieder in der Kritik und nicht zum ersten Mal werden Vorschläge laut, die Vollversicherung zugunsten einer reinen Zusatzversicherung abzuschaffen. Die Links-Partei geht jetzt aber noch einen Schritt weiter und fordert in einem Gesetzesantrag die Abschaffung der privaten Krankenvollversicherung.

PKV kein Club der Gutverdiener

Die Linksfraktion argumentiert, dass das Nebeneinander von gesetzlichen Krankenkassen und privater Krankenversicherung zu der Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland geführt hat. Dabei sei die Schutzbedürftigkeit, die als Grund für die Einführung der Versicherungspflicht in der GKV im Sozialgesetzbuch angegeben wurde, auch auf Privatversicherte anzuwenden. Die PKV-Kunden, so die Links-Partei könnten sich mittlerweile in vielen Fällen ihre Versicherung nicht mehr leisten. Si übersteigen die Beitragssteigerungen in einigen PKV-Tarifen längst die finanziellen Möglichkeiten vieler Versicherter. Denn ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze – Voraussetzung für den Eintritt in die private Krankenversicherung für Arbeitnehmer – erzielen nur sehr wenige Privatversicherte. 87 Prozent hätten ein geringeres Einkommen.

PKV nur noch als Zusatzversicherung

Auch führt die Links-Partei an, dass viele PKV-Tarife mittlerweile kaum mehr Leistungen bieten als der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Deshalb sollte die private Krankenvollversicherung gänzlich abgeschafft werden. Vielmehr sollen alle medizinisch notwendigen Behandlungen durch die GKV abgedeckt werden, alle Leistungen die darüber hinausgehen, könnte man sich mit einer privaten Krankenzusatzversicherung sichern.

Abschaffung in einem Akt

Die Links-Partei fordert daher eine Abschaffung in „einem einzigen Akt“. Die Privatversicherten könnten so in die gesetzliche Krankenversicherung übergehen. Gleichzeitig könnten man den Beschäftigten der privaten Krankenversicherungen, die durch die Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verlieren würden, einen „sozialverträglichen Übergang in Arbeitsverhältnisse in den gesetzlichen Krankenkassen“ ermöglichen. Der Antrag der Links-fraktion wird frühestens nach der Sommerpause im Herbst im Bundestag beraten.

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