Kritik an Ärzte: Gesundheit des Patienten oder Geldgier?

Kritik an unnötig kostspieligen Behandlungen durch Ärzte

Der Witz von einer kostspieligen Therapie, welche unbedingt erforderlich ist, damit der Arzt seine hochwertigen Geräte refinanzieren kann, ist nicht neu. Er kursiert in unterschiedlichen Varianten und besitzt sicher eine Prise Wahrheit. Dass ein vergleichbarer Vorwurf von unbestreitbar fachkundiger Seite erhoben wird, erscheint hingegen als ein durchaus erwähnenswertes Ereignis.

Reiner Gradinger, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, hat in der letzten Woche eingeräumt, dass vermehrt Behandlungen durchgeführt werden, welche Krankenhäusern und Ärzten besonders hohe Gewinne ermöglichen. Auf der anderen Seite unterbleiben Behandlungen, welche einen Nutzen für den Patienten bringen, aber nur zu geringen Einnahmen führen. Während die Durchführung überflüssiger oder in der Wirksamkeit nicht erwiesener Behandlungen nicht direkt zu gesundheitlichen Belastungen für die betroffenen Patienten führt, leiden diese unter der Ablehnung einer notwendigen Behandlung aus wirtschaftlichen Gründen. Konkret genannt wurden seitens des ärztlichen Präsidenten die zunehmenden Ablehnungen von Hüftoperationen bei älteren Menschen.

Präsident der DGC fordert mehr ethisches Bewusstsein bei Ärzten

Reiner Gradinger fordert, dass sich die Ärzte und Kliniken wieder auf die Ethik besinnen und entsprechend ihrer Verpflichtung alle für das Wohl der Patienten notwendigen und nützlichen Maßnahmen durchführen und sich nicht mehr von wirtschaftlichen Überlegungen leiten lassen. Für die Struktur eines Krankenhauses bedeutet diese Forderung, dass die kaufmännische Leitung keinen Einfluss mehr auf ärztliche Entscheidungen nehmen darf.

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