Krebs: Freie Radikale bekämpfen Tumorwachstum

Tumor durch freie Radikale aufgehalten

Freie Radikale greifen Tumor an

Freie Radikale haben einen schlechten Ruf. Und sind der Grund, warum sich viele Verbraucher gesund ernähren. In der jüngsten Vergangenheit ist das Bild von den freien Radikalen allerdings zunehmend ins Wanken geraten. Eine neue Studie scheint sogar darauf hinzuweisen, dass freie Radikale einige Tumorarten in Schach halten und deren Wachstum bekämpfen können.

Alterung durch freie Radikale

Die Theorie, dass freie Radikale wesentlichen Einfluss auf den Alterungsprozess haben, stammt vom US-amerikanischen Biogerontologen Denham Harman und war seit1956 Gegenstand intensiver Forschungen.

Kern der Theorie: Reaktive Molekülfragmente schädigen die Zellen des Organismus und tragen somit zu dessen Altern bei. Freie Radikale entstehen unter anderem im Zuge der Stoffwechselvorgänge und können – so die Theorie – die Zellmembran in einer Kettenreaktion aufbrechen.

Viele Experten haben daher in den letzten Jahren immer wieder propagiert, dass eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, beides reich an Antioxidantien, den negativen Auswirkungen der freien Radikale vorbeugen kann. Letztere standen schließlich im Verdacht, Krankheiten wie Krebs, Parkinson usw. auszulösen. Die Entdeckung der Wissenschaftler am Cancer Research Institute/ Cambridge ist daher vielleicht ein Stück weit Ironie der Geschichte.

Freie Radikale wirken gegen Tumorzellen

Denn das Verblüffende: In ihrer Studie entdeckten die Forscher, dass freie Radikale keineswegs nur negative Auswirkungen haben. Einige Tumorarten reagierten empfindlich auf die Anwesenheit der freien Radikale. Die Gruppe um David Tuveson untersuchte speziell die Auswirkung der Radikale auf die Entwicklung des Pankreaskarzinoms (Bauchspeicheldrüsenkrebs) bei Mäusen. Setzte zusammen mit dem Tumorwachstum der antioxidative Mechanismus ein, entwickelte sich der Krebs weiter.

Wurde das System stattdessen blockiert und kam es zur Freisetzung freier Radikale, hemmte dies das Wachstum der Krebszellen. Allerdings lassen sich die Ergebnisse nicht pauschalisieren und auf andere Tumorarten übertragen. Fakt ist aber, dass die Radikal-Theorie überdacht und differenzierter gesehen werden muss. An der Empfehlung, Obst und Gemüse zu verzehren, ändert sich vorerst nichts.

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