Krankheiten bremsen Wirtschaftswachstum

Oft werden im Rahmen der Debatte um steigende Fallzahlen bei Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Leiden zwar die steigenden Behandlungskosten diskutiert. Die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft blenden die Debatten allerdings häufig aus. Armin Fidler, seines Zeichens Berater bei der Weltbank, hat auf dem EHFG jetzt allerdings Klartext geredet und eindeutig darauf verwiesen, dass Krankheiten ein deutliches Hemmnis für das Wirtschaftswachstum darstellen.

Quartett der häufigsten Krankheiten

Besonders Erkrankungen, wie Leiden des Herz-Kreislauf-Systems, chronische Erkrankungen der Atemwege, Diabetes und natürlich Krebs sind gerade in den europäischen Ländern für einen erheblichen Teil der Todesfälle verantwortlich.

Dies geht aus dem aktuellen Global Status Report hervor, den die WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentlicht hat. So entfallen nur auf die eingangs genannten vier Krankheitsszenarien rund drei Viertel des Krankenstands – allein in den 53 Ländern der Europaregion.

Darüber hinaus sind Herz-Kreislauf-Leiden, chronische Atemwegserkrankungen, Diabetes und Krebs in Europa für 86 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Betrachtet man diese Zahlen im globalen Maßstab, sind die Erkrankungen immer noch für 63 Prozent der Todesfälle verantwortlich. Eine Tatsache, an der auch die Volkswirtschaften nicht vorbeikommen. Auf dem European Health Forum Gastein erklärte Armin Fidler, dass eine Zunahme solcher Erkrankungen auch Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung hat. Deren Wachstum um 10 Prozent reicht aus, um das Wirtschaftswachstum um ganze 0,5 Prozent zu reduzieren.

Therapie oder Prophylaxe

Was ist aber das beste Mittel, um diesem Trend entgegenzuwirken? Aus Sicht vieler Experten ist die Antwort klar – statt immer nur im Rahmen der Behandlung anzusetzen und die Aufmerksamkeit auf diesen Bereich zu lenken, muss die Prophylaxe entscheidend vorangetrieben werden. So lassen sich in den Augen von Armin Fidler mit jedem Dollar, der in die Prophylaxe fließt, in den Staaten mit mittleren Einkommen rund drei Dollar einsparen.

Anhand der Zahlen und Aussagen wird klar, dass gerade der Bereich Prävention und Vorbeugung nach wie vor zu wenig Aufmerksamkeit zu genießen scheint. Eine Tatsache, an der das Gesundheitswesen und die Gesundheitspolitik auch in Zukunft nicht vorbeikommen werden. Denn vorbeugen ist immer noch besser als behandeln.

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