Krankenversicherung: Steigende Kosten bei GKV und PKV

Während in der PKV viele Beitragserhöhungen bereits beschlossene Sache sind und die Versicherten erneut tiefer in die Tasche greifen müssen, sieht es in der GKV (momentan) besser aus. Die derzeitige Finanzlage in der GKV ist ein relativ sicheres Pflaster und Zusatzbeiträge sind 2012 kaum ein Thema, doch Wirtschaftsweisen warnen vor zu großem Optimismus und steigenden Kosten in naher Zukunft.

Wirtschaftsweise fordern flächendeckenden Zusatzbeitrag

Für viele Experten ist es momentan nur die Ruhe vor dem Sturm, welche der GKV eine sichere Phase verschafft.

Sie fordern bereits seit Jahren einen flächendeckenden Zusatzbeitrag, um für kommende Zeiten vorzusorgen. Besonders der demografische Wandel und der medizinische Fortschritt bescheren den Krankenkassen vermutlich schwierige Zeiten. Die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und deren Durchführung ist teuer und gleichzeitig werden diese, mit der immer älteren Gesellschaft, häufiger in Anspruch genommen. Eine Kostenkurve, die geradewegs nach oben zeigt.

Die momentan gute Finanzlage darf die Politik nicht zu Nachlässigkeiten bei der Gesundheitsreform verleiten, warnen Experten. Ein flächendeckender, vorsorglich eingeführter Zusatzbeitrag könne das Gesundheitswesen auf längere Sicht stabilisieren.

Kosteneinsparungen in der PKV

Aber nicht nur GKV Versicherungen sind von steigenden Kosten und möglichen Zusatzbeiträgen betroffen, in der PKV sind Beitragserhöhungen seit jeher gang und gäbe. Die bekanntesten Möglichkeiten, um Kosten in der PKV zu senken, bestehen darin, dass der Versicherte entweder die Gesellschaft wechselt oder innerhalb seiner Versicherung einen neuen Tarif wählt. Diese Möglichkeiten sind im § 204 Versicherungsvertragsgesetz  festgeschrieben und müssen mit Einhalten der vertraglich geregelten Frist akzeptiert werden. Ein private Krankenversicherung Rechner kann hier als erste Orientierung genutzt werden.

Doch privat Versicherte haben das Weiteren die Möglichkeit, einen Selbstbehalt zu wählen. Dabei muss der Versicherte bis zu einem festgelegten Betrag die Behandlungs- und Medikamentenrechnungen selbst übernehmen. Dies birgt für die Versicherten jedoch auch Risiken und bedarf einer genauen Kalkulation. Denn im Falle einer schweren Krankheit oder eines Unfalls ist es möglich, dass die jährlichen Kosten die finanziellen Möglichkeiten des Versicherten überschreiten. Der Selbstbehalt sollte daher nicht zu hoch angesetzt werden.

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