Krankenversicherung: Kein Arztbesuch wegen Zuzahlungen

KV Zuzahlung
Bei Beschwerden sollte der Gang zum Arzt eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Allerdings legt eine neue Untersuchung den Verdacht nahe, dass Zuzahlungen genau das Gegenteil erreichen. Und Patienten vom Besuch beim Arzt abhalten. Die Folgen für die Krankenversicherung können dramatisch sein. Und die Behandlung unnötig teuer machen. Gleichzeitig wird das Vertrauen der Patienten in die Krankenversicherung geschwächt.
Patienten scheuen Gang zum Arzt
Zuzahlungen steuern nicht die Nachfrage, sondern sind für viele Patienten ein echtes Hindernis.
Das verblüffende Ergebnis: Am besten aufgehoben im Gesundheitswesen fühlen sich die Niederländer, wo nur 1,5 Prozent der Umfrageteilnehmer trotz vorhandener Beschwerden nicht zu Arzt gingen. Zum Vergleich: In Deutschland gaben mehr als 11 Prozent der Befragten an, bei Beschwerden auf den Arztbesuch verzichtet zu haben. Noch höher der Anteil in den USA. Hier ruht das System der Krankenversicherung in erster Linie auf der privaten Vorsorge. Mit entsprechenden Auswirkungen. Knapp ein Viertel der Befragten scheute den Arztbesuch.
Zuzahlungen als Hindernis
Insbesondere in einkommensschwachen Schichten sind Zuzahlungen beim Arztbesuch ein großes Hindernis. Die finanzielle Belastung wird als so große Belastung empfunden, dass auf den Gang zum Arzt komplett verzichtet wird. In Deutschland scheinbar für jeden Achten ein Thema. Allerdings mit schwerwiegenden Folgen. Unbehandelte Erkrankungen können an Schwere zunehmen. Und kosten die Krankenversicherung anschließend noch mehr Geld. Eine Entwicklung, die Kritiker als problematisch betrachten.
Und die Untersuchung des Siegener Soziologen mit Sicherheit als Argument gegen Zuzahlungen heranziehen werden. Erst kürzlich hatte die Linkspartei einen entsprechenden Vorstoß unternommen, um das System aus Zuzahlungen in Deutschland zu kippen. Und angesichts der Zahlen aus den USA stellt sich tatsächlich die Frage, welchen Weg das Gesundheitswesen nehmen soll.
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