Krankenversicherung: Kampf um Privatversicherte wird härter

[15.12.2011] Die PKV ist für Gutverdiener, Selbständige und Beamte in vielen Fällen eine günstige Alternative zur gesetzlichen Krankenkasse. Doch im kommenden Jahr dürfte der Kampf um diese Verbrauchergruppe in der GKV und PKV härter werden, denn die Zugangsvoraussetzungen für eine private Krankenversicherung andern sich und gleichzeitig wollen gesetzliche Krankenkassen den umstrittenen Zusatzbeitrag wieder abschaffen. Der PKV könnte damit ein deutlicher Rückgang im Neukundengeschäft bevorstehen.

Rückgang im Neukundengeschäft der PKV erwartet

[Berlin] Nachdem vom Jahreswechsel 2010 auf 2011 die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) gesenkt worden ist, steht den Verbrauchern in diesem Jahr ein besonders hoher Anstieg der JAEG bevor.

 Von 49.500 Euro für 2011 wird sie am 01.01.2012 um 2,7 Prozent auf 50.850 Euro angehoben. Damit werden bereits einige interessierte Neukunden aus dem Rennen ausscheiden und nicht in die PKV wechseln dürfen, denn nur wer ein Jahreseinkommen über dieser Grenze erzielt, darf als Angestellter in eine PKV wechseln.

Ausnahmen gelten für Freiberufler, Selbstständige und Beamte. Für privat Versicherte, die aufgrund der Erhöhung der JAEG zurück in die Versicherungspflicht fallen würden, besteht jedoch die Möglichkeit, innerhalb von 3 Monaten einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht (§ 8  Abs. 1SGB V) zu stellen und weiterhin in der PKV zu verbleiben.

Beitragsanpassungen verschrecken Kunden

Ein weiterer Faktor, der das PKV-Neukundengeschäft für das kommende Jahr schwächen könnte, sind die Meldungen über massive Beitragsanpassungen in den einzelnen Gesellschaften. Hier ist jedoch anzumerken, dass es sich dabei lediglich um einzelne Tarife handelt – und nicht die ganze Branche.

Ein Aspekt, welcher die Konkurrenz zwischen PKV und GKV anheizen dürfte, sind steigende Beitragseinnahmen. Denn parallel zur JAEG werden zum 01. Januar auch die Bemessungsgrenzen angepasst, bis zu denen der pauschale Beitrag erhoben wird, was zu höheren Prämien für Gutverdiener führt. Damit würde – zumindest in der Theorie – jeder freiwillig Krankenversicherte für die GKV an Wert gewinnen.

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