Krankenversicherung: Gesundheit wird immer teurer

Deutschlands Gesundheitswesen hat ein Problem – es wird immer teurer. Eine Tatsache, die sich bisher in erster Linie an den Schlagzeilen über Defizite und Finanzierungslücken in der gesetzlichen Krankenversicherung hat ablesen lassen. Das Statistische Bundesamt hat jetzt Zahlen zu den Gesundheitskosten veröffentlicht, die schwarz auf weiß belegen, dass Gesundheit in Deutschland immer teurer und zur Belastung sowohl für die gesetzliche als auch die private Krankenversicherung wird.

11,6 Prozent des BIP für Gesundheit

Rein statistisch hat jeder Bundesbürger im vorvergangenen Jahr 2009 rund 3.400 Euro gekostet.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 ein Anstieg um 5,2 Prozent. Und ein neuer Rekordwert. Zwischen 2007 und 2008 stiegen die Kosten im Gesundheitswesen und damit auch für die gesetzlichen Kranknkassen und privaten Krankenversicherungen nur um 2,7 Prozent. Insgesamt kletterten die Kosten für die Gesundheit der Bürger in Deutschland auf mehr als 278 Milliarden Euro. Ein Wert, der etwa 11,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entspricht.

Besonders hervor stach im Jahr 2009 die gesetzliche Krankenversicherung. Hier kletterten die Kosten im Jahr 2009 allein um 6,2 Prozent auf 160,9 Milliarden Euro. Damit macht die GKV mit ca. 57 Prozent den höchsten Anteil an den Kosten im Gesundheitswesen aus. Aber auch die privaten Krankenversicherungen müssen mit höheren Ausgaben leben. Allerdings stiegen die Kosten in der PKV nur um 4,3 Prozent auf 26 Milliarden Euro. Und liegen damit unter denen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Anstieg in allen Dienstleistungsbereichen

Fakt ist, dass in allen Versicherungsbereichen die Kosten gestiegen sind – sowohl der PKV wie der GKV. Wie verteilen sich die Kosten aber auf die einzelnen Leistungsträger? 138,2 Milliarden Euro (49,7 Prozent) entfallen allein auf den ambulanten Bereich. Hier betrug die Kostensteigerung im vorvergangenen Jahr 4,9 Prozent. Besonders deutlich hat dagegen der stationäre Bereich zugelegt. Behandlungen im Krankenhaus usw. schlagen mit 71,0 Milliarden Euro oder einem Plus von 6,4 Prozent zu Buche.

2010 Rückgang der Ausgaben

Experten rechnen allerdings damit, dass sich die Entwicklung im Jahr 2010 nicht fortgesetzt hat, sondern die Ausgaben wieder gesunken sind. Sollte dies der Fall sein, wirft dies natürlich Fragen auf. Unter anderem danach, wie es zu höheren Beiträgen für die gesetzliche und private Krankenversicherung kommen kann, wenn die Ausgaben sinken. Eine Tatsache bleibt allerdings bestehen – das deutsche Gesundheitswesen ist teuer.

 

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr