Krankenversicherung für Studenten: Erstsemester aufgepasst!

In drei Wochen startet ein neues Hochschulsemester. Rund eine halbe Million Erstsemester werden dann ihr Studium aufnehmen – die meisten von ihnen kommen frisch von der Schule und sind zum ersten Mal in ihrem Leben unabhängig. Nicht alle Studenten sind dabei kostenlos über die Krankenversicherung ihrer Eltern abgesichert.

Wo sollen sich Studenten versichern?

Grundsätzlich sind alle Studenten bei der erstmaligen Immatrikulation an einer deutschen Hochschule oder Fachhochschule pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenkasse. Wer das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ist in der Regel über die Krankenkasse der Eltern kostenlos familienversichert. Dies gilt aber natürlich nur dann, wenn die Eltern selbst gesetzlich krankenversichert sind. Sind die Eltern hingegen nicht pflichtversichert, müssen die Kinder bei Aufnahme des Studiums selbst für die Krankenversicherungskosten aufkommen – auch wenn sie sich für eine gesetzliche Krankenkasse entscheiden.

Wer profitiert am meisten von der privaten Krankenversicherung

Dabei haben Studenten die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Versicherung. Am Anfang des Studiums können sich alle Studenten problemlos von der Versicherungspflicht befreien lassen und sich privat krankenversichern. Dies lohnt sich vor allem für die Kinder von Beamten: Denn sie erhalten weiterhin mindestens bis zum 25. Geburtstag Beihilfe. Dadurch fällt die private Krankenversicherung für sie besonders günstig aus. Aber auch Studenten, die schon vor dem Studium privat versichert waren, entscheiden sich meist dazu, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen.

Wer die Wahl hat: Ist gesetzliche oder private Krankenversicherung besser?

Anders als andere privat Versicherte, legen sich Studenten beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung nicht dauerhaft fest. Denn die meisten Hochschulabsolventen werden wieder versicherungspflichtig, wenn sie nach dem Studium ihren ersten Job annehmen. Nur wer sich direkt nach dem Abschluss selbständig macht, eine Beamtenlaufbahn einschlägt oder sofort über ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze (derzeit 53.550 Euro brutto im Jahr) verfügt, kann nicht einfach zurück in die Gesetzliche. Dennoch können Studenten, die nicht von der kostenlosen Familienversicherung profitieren, die Studienzeit dazu nutzen, die private Krankenversicherung „auszuprobieren“. Schließlich ist diese in der Regel nicht viel teurer als die gesetzliche studentische Krankenversicherung. Dafür profitiert man auch als Student bei der privaten Krankenversicherung von kürzeren Wartezeiten und einer bevorzugten Behandlung beim Arzt.

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