Krankenversicherung: Ein Drittel rechnet 2020 mit der Einheitskasse

In Deutschland scheinen beide Typen der Krankenversicherung an teilweise massiven Problemen zu leiden. Im Bereich der GKV nimmt die Verunsicherung angesichts dramatischer finanzieller Engpässe bei einigen gesetzlichen Krankenversicherungen zu. Auf der anderen Seite stand die private Krankenversicherung ( PKV ) in den letzten Wochen teilweise negativen Schlagzeilen gegenüber. In der Bevölkerung scheint die Ansicht daher weit verbreitet, dass in wenigen Jahren eine Einheitskasse geschaffen wird.

Mehr als ein Drittel rechnet mit Umbau

2020 scheint für viele Bürger ein besonderes Datum zu sein.

Wie aus einer Umfrage der „Apotheken Umschau“ hervorgeht, rechnen mit 38,2 Prozent der Befragten fast vierzig Prozent innerhalb der nächsten zehn Jahre damit, dass es im Bereich der GKV nur noch eine große Krankenversicherung gegeben wird. Die aktuelle Entwicklung wäre in diesem Zusammenhang also nur der Anfang vom Ende.

Gleichzeitig sehen viele Bürger das gesamte System der Krankenversicherung in seiner heutige Struktur vor dem Aus. Rund ein Drittel der für die Erhebung befragten Bürger ist der Ansicht, dass bis 2020 das System aus privater und gesetzlicher Krankenversicherung aufgelöst ist. Eine Tatsache, die sicher am wenigsten den Versicherungsunternehmen gefallen würde. In den Augen vieler Umfrageteilnehmer wird es zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Basisversorgung geben. Alles Weitere obliegt dann dem Versicherten.

Pläne für die Einheitskasse in der Politik

Dass die Einheitskasse seitens einiger Parteien geplant ist, dürfte mittlerweile ein offenes Geheimnis sein. Hat doch nicht zuletzt erst vor wenigen Wochen die SPD einen entsprechenden Vorschlag aus der Schublade geholt. Und auch die Linkspartei ist auf die private Form der Krankenversicherung alles andere als gut zu sprechen. Kommt es in Berlin zu einem politischen Wechsel, dürfte für die PKV plötzlich ein anderer Wind wehen.

Wie sieht die Situation aber die Branche? Inzwischen scheinen zumindest hinter verschlossenen Türen die Beteiligten aus den gegnerischen Kassensystemen aufeinander zuzugehen. Dafür ist allerdings weniger ein steigender Sympathiefaktor verantwortlich. Vielmehr sorgen die wachsenden Probleme auf beiden Seiten für die Einsicht, dass es bald vielleicht schon nicht mehr ohne den anderen gehen wird.

 

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