Krankenversicherung: Beitragserhöhung für das Jahr 2016

Laut aktuellen Medienberichten wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) 2016 um 0,3 Prozentpunkte ansteigen. Aber auch bei der privaten Krankenversicherung (PKV) wird es teilweise zu Beitragserhöhungen kommen. Wer einen Wechsel von der GKV in die PKV erwägt, sollte also genau rechnen.

Zusatzbeitrag bei gesetzlicher Krankenversicherung steigt

Seit diesem Jahr haben die Krankenkassen wieder mehr Beitragsautonomie und können einen kassenindividuellen Zusatzbeitrag erheben. Der durchschnittliche Beitrag für 2015 wurde auf 0,9 Prozent veranschlagt. Im nächsten Jahr wird dieser voraussichtlich um 0,3 Prozentpunkte steigen. Davon geht laut einem Bericht der Bild der Schätzerkreis der Bundesregierung aus. Damit werden gesetzlich Krankenversicherte abhängig von ihrem Einkommen mit bis zu rund 152 Euro im Jahr mehr belastet.

PKV Beiträge steigen

Gleichzeitig werden in den nächsten Wochen die Beitragsanpassungen bei der PKV erwartet. Einige Versicherungsgesellschaften haben für das Neukundengeschäft bereits Beitragsgarantien ausgesprochen oder Prämienanpassungen bekanntgegeben. Jedoch werden die meisten Bestandskunden erst im Laufe des Novembers erfahren, ob ihr PKV Prämien steigen werden.

Versicherungspflichtgrenze 2016 steigt

Mit dem Jahreswechsel werden sicherlich einige Menschen auch den Wechsel in die PKV erwägen. Dabei müssen Arbeitnehmer die steigende Versicherungspflichtgrenze berücksichtigen. Diese wird voraussichtlich von 54.900 Euro brutto jährlich auf 56.250 Euro angehoben. Nur wer als Arbeitnehmer über ein Einkommen über diesem Wert verfügt, kann von der GKV in die PKV wechseln. Beamte, Selbständige und Freiberufler können sich unabhängig von ihrem Einkommen von der Versicherungspflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung eintreten.

Darauf beim Wechsel achten

Vor dem Wechsel gilt es allerdings zu überprüfen, welche Versicherungsleistungen der jeweilige Tarif bei der PKV bieten soll. Auch die Kosten dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Zwar steigen auch in der GKV die Beiträge an. Im Laufe der Zeit sind bei der privaten Krankenversicherung allerdings weitaus höhere Beitragssteigerungen möglich – selbst wenn die Versicherungsprämie vorerst günstiger ist als bei einer gesetzlichen Krankenkasse. Eine fachkundige Beratung durch einen Versicherungsexperten ist daher vor Wechsel und Tarifauswahl angebracht.

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