Krankenversicherung 2012: Freiwillig gesetzlich oder privat versichern?

Wer aufgrund einer Gehaltserhöhung im Jahr 2012 über die Jahresarbeitsentgeltgrenze von 50.850 Euro brutto im Jahr kommt, der hat die Möglichkeit in die private Krankenversicherung zu wechseln. Nach vielen Diskussionen um das deutsche Gesundheitssystem aber auch zu Beitragssteigerung bei der privaten Krankenversicherung, zögern jedoch viele Menschen mit diesem Schritt. Was lohnt sich eher: Die gesetzliche oder die private Krankenversicherung.

Beitragserhebung entscheidend

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Denn beide Systeme haben Vor- und Nachteile, die bei der Entscheidung freiwillig gesetzlich oder lieber privat versichern auf jeden Fall berücksichtigt werden sollten. So analysiert ein aktueller Artikel von Welt Online sowohl die Situation in der gesetzlichen als auch der privaten Krankenversicherung. Hierbei muss man, vor allem wenn man Beitragshöhen und finanzielle Belastungen betrachtet, zuerst einmal verstehen, dass die Beitragsberechnung bei den beiden Versicherungen unterschiedlich erfolgt. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung erfolgt sie anhand des Einkommens. Arbeitnehmer müssen 8,2 Prozent ihres Einkommens in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen, der Arbeitgeber zahlt 7,3 Prozent. Rentner müssen ebenfalls nur 8,2 Prozent ihrer Rente in die gesetzliche Krankenversicherung einzahlen. Mieteinnahmen oder ähnliche Einnahmequellen werden dabei nicht berücksichtigt. Mehr Informationen zur freiwilligen Krankenversicherung hier.

Höhere Beiträge im Alter

Die Beitragsberechnung der privaten Krankenversicherung hingegen legt andere Faktoren zugrunde und lässt das Einkommen unberücksichtigt. Hier spielen das Alter, der Gesundheitszustand und das Geschlecht des Versicherten eine entscheidende Rolle. Gerade für Menschen mit einem sehr hohen Einkommen, können sich dadurch enorme Einsparmöglichkeiten gegenüber der gesetzlichen ergeben. Jedoch sollte man hier bedenken, dass die Beiträge im Alter steigen, während spätestens mit dem Renteneinstieg das Einkommen für die meisten Menschen erheblich sinkt. Selbst wer in jungen Jahren enorm bei den Versicherungsbeiträgen spart, muss im Alter damit rechnen, dass hier die private Krankenversicherung teurer ist.

Rückkehr nur schwer möglich

Da der Gesetzgeber verhindern möchte, dass junge gutverdienende Menschen zuerst die Leistungsvorteile der privaten Krankenversicherung nutzen und dann später von den geringeren Beiträgen bei der gesetzlichen Krankenversicherung, ist eine Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung nur sehr schwer möglich. Menschen ab 55 Jahre haben beinahe gar keine Chance noch einmal in die gesetzliche einzutreten. Daher sollte man sich gut überlegen, welches Versicherungssystem auch langfristig zu der eigenen Lebenssituation passt.

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