Krankenstand: Psychische Erkrankungen nehmen zu

Fehlzeiten zeigten 2010 Seitwärtstrend

Insgesamt, so die gesetzliche Krankenversicherung, bewegten sich die Fehlzeiten unterm Strich auf dem Niveau des vorhergehenden Jahres.

2009 lag der Krankenstand bei 3,32 Prozent. 2010 wiesen Arbeitnehmer und ALG-I-Bezieher aus den Reihen der Techniker Krankenkasse einen Krankenstand von 3,36 Prozent auf. Insgesamt seien die Beschäftigten zwar im vergangenen Jahr weniger häufig krank gewesen.

Die Krankschreibungen sanken um 2,4 Prozent. Dass der Rückgang beispielsweise bei den Atemwegsbeschwerden keinen Effekt auf die Statistik hat, liege nach Angaben der Krankenkasse an der Zunahme bei den psychischen Erkrankungen. Hier verzeichnete die TK einen deutlichen Anstieg. Gegenüber dem vorvergangenen Jahr nahmen diese Krankheitsbilder mit 14 Prozent erheblich zu.

Jedes TK-Mitglied zwei Tage krank

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies zwei Krankheitstage – für jeden Versicherten der Techniker Krankenkasse. Legt man den gesamten Krankenstand von 12,3 Tagen zugrunde, machen die psychischen Erkrankungen mehr als 16 Prozent aller Krankschreibungen aus. Zwischen den einzelnen Bundesländern zeigen die Zahlen übrigens deutliche Unterschiede. Während in Baden-Württemberg 2010 Versicherte nicht einmal zehn Tage krank waren, lag die Quote in Mecklenburg-Vorpommern mit 15,5 Tagen über dem Durchschnitt.

Immer mehr Stress am Arbeitsplatz

Zu den Ursachen des Anstiegs bei den psychischen Erkrankungen machte die TK keine Angaben. Ein Grund ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der wachsende Druck, dem viele Arbeitnehmer ausgesetzt sind. Die Angst um den Arbeitsplatz, mehr Verantwortung und eine Zunahme des Arbeitspensums sind nur drei Gründe für mehr Stress am Arbeitsplatz.

Zusammen mit sozialen Spannungen in Form von Mobbing oder einem negativen Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern baut sich ein innerer Druck auf. Irgendwann reicht ein simpler Funke, der das Pulverfass sprichwörtlich zum Überlaufen bringt. Insbesondere das Burn-out-Syndrom hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz in den Mittelpunkt des Interesses rückten.

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