Krankenkassen weisen City-BKK-Versicherte ab

Die gesetzlichen Krankenkassen haben die Pflicht, Mitglieder einer insolventen Kasse aufzunehmen – ohne wenn und aber. Allerdings scheint die Schließung der City BKK einen Präzedenzfall zu schaffen. Und macht deutlich, dass einige Krankenkassen der GKV die Versicherten der maroden City BKK scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Nachdem die „FTD“ über eine fragwürdige Praxis der HEK berichtete, legt City-BKK-Sprecher Torsten Nowak. Es liegen Beschwerden gegen insgesamt elf Kassen vor.

City BKK – Wechsel schwerer als gedacht

Eine direkte Ablehnung hat bisher zwar scheinbar keiner der Versicherten aus den Reihen der City BKK gesehen.

Allerdings häufen sich Berichte, wonach einige Krankenkassen den Versicherten mit allerlei Tricks versuchen, einen Eintritt madig zu machen. So wird unter anderem zu dem Argument gegriffen, dass die gewünschte Krankenkassen bereits „voll“ sei. Eine Tatsache, die vielleicht beim Arzt zieht, aber im Bereich der GKV doch fragwürdig erscheint.

Parallel lassen betroffene Krankenkassen anscheinend durchklingen, dass der Wechsel von der City BKK zu ihnen mit Nachteilen für die Versicherten verbunden sein könnte. Wieder andere Krankenversicherungen aus den Reihen der GKV würden sogar behaupten, begonnene Behandlungen zahlen nur die Betriebskrankenkassen weiter. Besonders bei älteren Versicherten, die aufgrund der Situation schon verunsichert genug sind, fällt die Saat solcher Behauptungen auf fruchtbaren Boden.

Versicherte dürfen wechseln – per Gesetz

Dabei haben die gesetzlichen Krankenkassen eigentlich keinerlei Handhabe, um einen Versicherten aus den Reihen der City BKK abzulehnen. Dies gilt für jede Altersgruppe – auch wenn zum aktuellen Zeitpunkt gerade Behandlungen laufen. Laut City-BKK-Sprecher Torsten Nowak haben die anderen Krankenkassen der GKV „den Aufnahmeantrag rauszuholen und mehr nicht“.

Angst vor dem schwarzen Peter

Wenn die gesetzlichen Kassen zur Aufnahme verpflichtet sind, wie lässt sich dieses Verhalten dann erklären? Ältere Patienten mit Erkrankungen sind für die GKV teuer. Sind sie doch ein Grund, der für das Aus der City BKK verantwortlich gemacht wird. Andere Krankenkassen, die froh darüber sind, einen sauberen „Hinterhof“ in der Kasse zu haben, wollen sich natürlich nicht weiter belasten, um am Ende selbst vor einer finanziellen Schieflage zu stehen. Versicherte, die auf Probleme stoßen, sollten sich unbedingt Name des Mitarbeiters und die Gesprächszeit notieren, um zur Not das BVA aktiv werden zu lassen.

 

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