Krankenkassen und Hebammen erreichen Teileinigung

In den Verhandlungen über eine höhere Vergütung zwischen dem GKV-Spitzenverband und den drei größten Hebammenverbänden ist es am gestrigen Montag zu einer Vorab-Teileinigung gekommen. Diese betrifft jedoch nur einen Ausgleich zur am 1.7.2012 gültig gewordenen Prämienerhöhung der Berufshaftpflicht für Hebammen.

Grundlagen der Auseinandersetzung

Seit Monaten schon streiten sich beide Seiten über eine bessere Vergütung der Hebammen. Deren Situation ist in den letzten Jahren immer prekärer geworden. Denn um als Hebamme arbeiten zu können, benötigt man eine Berufshaftpflichtversicherung. Diese schützt die Hebamme für den Fall eines Kunstfehlers vor Schadensersatzansprüchen. Die Prämien für diese notwendige Versicherung sind in den letzten Jahren aber immer weiter angestiegen. Gleichzeitig sind die Vergütungen für die Hebammen stagniert. Davon betroffen sind vor allem die freien Hebammen, die noch die klassische Geburtshilfe in Geburtshäusern oder aber in den eigenen vier Wänden der werdenden Mütter anbieten.

Höhere Vergütung damit Hebammen arbeiten können

Höhere Prämienzahlungen bei gleichbleibender Vergütung haben daher in den letzten Jahren immer mehr Hebammen zur Aufgabe ihres Berufes gezwungen, bzw. sie mussten die klassische Geburtshilfe aufgeben. Die jetzige Einigung stellt laut einer Presseerklärung des Deutschen Hebammenverbands jedoch nur eine Wiederherstellung des Status Quo dar. In weiteren Verhandlungen müsste man die Vergütung von freiberuflichen Hebammen nach oben hin anpassen, damit diese weiter in der Lage sind mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Daniel Bahr fordert zur Kompromissbereitschaft auf

Bereits in den letzten Tagen hatte sich auch Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im Streit zu Wort gemeldet. Er forderte beide Seiten auf, mehr Kompromissbereitschaft zu zeigen und die Verhandlungen zu einem guten Ende zu bringen. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Regierung die Grundlagen für eine Einigung geschaffen hätte und es nun an den Krankenkassen und Hebammen gemeinsam läge eine Lösung zu finden.

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