Krankenkassen sollen Medikamentenpreise mit der Pharmaindustrie verhandeln

Bereits seit Jahren gehören die Ausgaben für Medikamente bei den gesetzlichen Krankenkassen zum größten Kostenfaktor. Da viele Krankenkassen diese Kosten mit den Einnahmen aus dem Gesundheitsfonds nicht mehr decken können, erhoben zahlreiche Kassen zum 01. März 2010 Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung.

Um die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren, will Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler jetzt die Preise für Medikamente, die in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch sind, senken. Um dieses Ziel zu erreichen, will Rösler die Pharmaunternehmen, denen er bisher wohl gesonnen war, sogar zwingen, ihre Preise zu senken.

Krankenkassen sollen Preise direkt mit den Pharmaunternehmen verhandeln

Für günstigere Arzneimittelpreise sollen die Pharmaunternehmen künftig direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen die Preise verhandeln. Zudem müssen die Unternehmen in der Zukunft vor Einführung neuer Medikamente deren tatsächlichen Zusatznutzen für die Patienten vorstellen und wissenschaftlich belegen. So soll verhindert werden, dass neue Medikamente teuer verkauft werden, obwohl deren Wirkung nicht belegt werden kann.

Rösler erhofft sich EInsparungen von einigen Milliarden Euro bei Medikamenten

Durch die direkte Verhandlung der Krankenkassen mit den Pharmaunternehmen sowie der beschränkten Zulassung neuer Präparate erhofft sich Rösler Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr. Die genaue Höhe der Einsparungen kann jedoch aktuell noch nicht beziffert werden, da die Verhandlungspositionen von Krankenkassen und Pharmaunternehmen noch nicht klar definiert sind.
Bundesgesundheitsminister Rösler will diese Pläne schon in kurzer Zeit der Koalitionsfraktion vorstellen, um dann bis zum Ende des Jahres einen entsprechenden Gesetzesentwurf auszuarbeiten. Bis dieser Gesetzentwurf umgesetzt ist, sollen die Kosten vorerst durch Zwangsrabatte oder Preismoratorien gesenkt werden.

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