Krankenkassen kritisieren Gesundheitsfonds

 

Lange schienen die Zeiten her, in denen der Gesundheitsfonds öffentlich kritisiert wurde. Jetzt melden sich allerdings wieder Stimmen, die sich Nachbesserungen wünschen. So fordert Sigrid König vom BKK-Landesverband in Bayern Nachbesserungen. Der Grund: Über Beiträge wird der zentrale Topf des Gesundheitsfonds zwar gefüttert, die Gelder bleiben aber als stille Reserve liegen. Ein Punkt, der die Beitragszahler in den Augen der Kritiker doppelt bestraft.

Gesundheitsfonds als bürokratisches Monstrum

Was stört die Chefin des BKK Landesverbandes?

Seit Einführung des Gesundheitsfonds und der Zentralisierung fließen die Beiträge der Versicherten aus der gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr direkt den Kassen zu. Das Geld wandert zuerst in einen Topf und wird auf Grundlage eines Schlüssels verteilt. Jede gesetzliche Krankenkasse erhält nur eine bestimmte Summe aus dem Gesundheitsfonds. In Krisenzeiten mit hoher Arbeitslosigkeit und niedrigen Beitragszuflüssen profitieren die Krankenversicherungen von dieser Regelung.

Allerdings bedeutet ein Aufschwung das genaue Gegenteil. Die Beiträge in den Fonds steigen, aus dem Topf selbst fließt aber nicht mehr Geld zu den Krankenkassen. In den Augen von Sigrid König ein Dilemma. Denn genau durch dieses Kapital könnten sich die einzelnen Kassen einen Liquiditätspuffer aufbauen. Aufgrund dessen kritisiert sie den Gesundheitsfonds. Es „bedarf dringend einer Änderung durch den Gesetzgeber“ so König.

Beitragszahlungen und Zusatzbeitrag

In ihren Ausführungen spielte sie auch die Karte der Zusatzbeiträge. Es wäre den Versicherten schwer zu vermitteln, dass sie zwar ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten, am Ende aber durch die Krankenkassen auch noch mit einem Zusatzbeitrag belastet würden. Insgesamt wird die Reserve im Gesundheitsfonds auf mehrere Milliarden beziffert., die allerdings nicht angetastet wird.

Atempause für die gesetzlichen Krankenkassen

Würde die Reserve an die Kassen ausgeschüttet, hätte dies einen positiven Nebeneffekt – sie erhielten eine Atempause. Denn dass Zusatzbeiträge ein Wechselkriterium sind, hat das vergangene Jahr bewiesen. Gesetzliche Krankenversicherung, die davon Gebrauch machten, mussten teilweise einen spürbaren Mitgliederschwund hinnehmen. Das beste Beispiel dieser Auswirkungen zeigt sich in Dortmund, wo die BKK Hoesch derzeit ums Überleben kämpft.

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