Krankenkassen: Durchschnittlicher Zusatzbeitrag für 2016 steht fest

Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich 2016 auf einen höheren Krankenkassenbeitrag einstellen. Denn das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass der Zusatzbeitrag, den die Kassen individuell festlegen, im kommenden Jahr im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte steigt. Statt 15,5 Prozent beträgt der Krankenkassenbeitrag dann durchschnittlich 15,7 Prozent.

Bisher halten sich die gesetzlichen Krankenkassen mit ihren Ankündigungen zurück, dass der Zusatzbeitrag 2016 bei ihnen erhöht werden könnte. Manche Kassen haben stattdessen verlautet, ihren Beitrag im kommenden Jahr stabil zu halten. Doch ausgehend vom durchschnittlichen Zusatzbeitrag, den das Gesundheitsministerium erwartet, werden in den nächsten Wochen wohl viele Kassenpatienten darüber informiert, dass sie einen höheren Zusatzbeitrag zahlen müssen. Im Schnitt liegt dieser in diesem Jahr zwar mit 0,83 Prozent sogar unter dem vom sogenannten GKV-Schätzerkreis prognostizierten Wert von 0,9 Prozent. Doch 2016 rechnen die Experten mit einer Erhöhung auf 1,1 Prozent.

Kassen können milliardenschwere Reserven für niedrige Zusatzbeiträge nutzen

Der Schätzerkreis rechnet 2016 mit Ausgaben in Höhe von 220,6 Milliarden Euro. Dem gegenüber stehen allerdings nur Einnahmen von 206,2 Milliarden Euro. Um diese Differenz auszugleichen, ist ein Zusatzbeitrag von durchschnittlich 1,1 Prozent notwendig. Die Prognose berücksichtigt jedoch nicht die jeweiligen Finanz-Reserven der gesetzlichen Krankenkassen, die sich insgesamt auf über 15 Milliarden Euro belaufen. Abhängig von diesem Finanzpolster hat jede Kasse die Möglichkeit, dieses zur Entlastung ihrer Versicherten zu nutzen und den kassenindividuellen Zusatzbeitrag niedriger anzusetzen.

Mit Wechsel zu günstigerer Krankenkasse Geld sparen

Jede Krankenkasse, die ihren Zusatzbeitrag 2016 über den Durchschnittswert erhöht, ist gesetzlich dazu verpflichtet, ausdrücklich auf den Wechsel zu einer günstigeren Kasse hinzuweisen. Abhängig vom Einkommen sowie vom Zusatzbeitrag der alten und der neuen Krankenkasse können gesetzlich Krankenversicherte mit diesem viel Geld sparen. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro pro Monat ergibt sich eine Ersparnis von mehr als 320 Euro im Jahr, wenn die neue Krankenkasse keinen und die alte einen Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent erhebt. Beim Wechsel sollten Interessierte neben dem Preis allerdings auch auf die Leistungen schauen.

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