Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme einer Physiotherapie dar. Um Ärger zu vermeiden, sollten sich Versicherte frühzeitig an ihren Anbieter wenden.

Privatpatienten, die sich von einem Physiotherapeuten behandeln lassen wollen, sollen besser zunächst einen Behandlungsvertrag mit ihm abschließen und diesen dem privaten Krankenversicherer vorlegen. Andernfalls drohen privat Versicherte auf einen Teil der Behandlungskosten sitzenzubleiben. Das berichtet aktuell die Süddeutsche Zeitung (SZ). Grund hierfür ist eine fehlende Gebührenverordnung für Heilmittelerbringer. Dazu zählen neben Physiotherapeuten auch Masseure, Logopäden und Ergotherapeuten. Die Preise können sie daher frei verhandeln. Doch weichen diese von der ortsüblichen Vergütung ab, kann sich der Versicherer bei der Übernahme der Kosten querstellen.

Kostenübernahme für Physiotherapeuten mit Versicherer abklären

„Im Zuge der Kostendämpfung im Gesundheitswesen sind die privaten Krankenversicherer dazu übergegangen, auch die Vergütungsrechnungen von freiberuflichen Physiotherapiepraxen infrage zu stellen“, sagt Heinz Christian Esser, Geschäftsführer beim Deutschen Verband für Physiotherapie, gegenüber der SZ. Da generell die verschiedenen Krankenversicherer unterschiedlich mit den Kosten für Heilmittel umgehen, empfiehlt es sich stets frühzeitig in Erfahrung zu bringen, ob und wie die Kosten übernommen werden. Ein Sprecher der Allianz teilt der Zeitung beispielsweise mit, dass der Konzern für einige Großstädte durch unabhängige Gutachten eine Übersicht der ortsüblichen Preise erstellt hat.

Im Zweifel privaten Krankenversicherer kontaktieren

In der Regel zahlt die private Krankenversicherung für alle im Vertrag vereinbarten Leistungen. Wer sich unsicher ist, ob eine bestimmte Behandlung erstattet wird, sollte sich vor Behandlungsbeginn an den Versicherer wenden, rät der Verband der Privaten Krankenversicherung. So können Versicherte vermeiden, „dass ihnen Kosten entstehen, die sie nicht selbst tragen können oder wollen. Gegebenenfalls kann ihnen ihre Versicherung sogar einen alternative Behandlung aufzeigen“, so der PKV-Verband.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Angst vor Beitragserhöhung hält Verbraucher von PKV fern

Ein aktueller Marktausblick der Ratingagentur Assekurata zeigt, dass die Zahl der Versicherten in der privaten Krankenversicherung zurückgegangen ist. Mit einer Zunahme ist dabei 2016 nicht zu rechnen. Zu groß scheinen die Befürchtungen… mehr